Putin-Talk bei Illner: Röttgen führt Gysi vor

Freitag, 13. April 2018

„Maybrit Illner: Skripal, Syrien und Sanktionen – Putin unter Generalverdacht?“ ZDF, Donnerstag, 12.April 2018, 22.15 Uhr.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“ am Donnerstag die Taktik des ehemaligen Linke-Chefs Gregor Gysi kritisiert, Nebelkerzen gleichzeitig zu werfen und zu beklagen.

Wörtlich sagte Röttgen: „Es wird ein großes Verwirrspiel gemacht, und auch Sie haben wieder alles in einen Topf geworden und dann hinterher gesagt, wir müssen das alles mal auseinandernehmen!“

Das gelte nicht nur für den Giftgas-Angriff in Syrien: Auch bei den Ermittlungen zum Mordversuch an den Ex-Agenten Skripal in England gebe es eine „Bringschuld“ Russlands, an der Aufklärung mitzuwirken. „Stattdessen sehen wir ein großes Kommunikationschaos mit neuen Theorien und Möglichkeiten“, sagte Röttgen. „Das ist auch eine bewusste Kommunikationsmethode, alles ins völlig Verworrene zu stürzen, damit am Ende gar nichts mehr klar ist.“

Beispiele lieferte die Sendung zur Genüge. „Die USA sind und bleiben nicht ersetzbar“, stellte Röttgen fest, doch Gysi lenkte sofort wieder ab: „Die Türkei macht auch einen Aggressionskrieg in Syrien, und das machen die auch noch mit unseren Waffen!“.

Alexander Rahr, Projektleiter des Deutsch-Russischen Forums von Matthias Platzeck (SPD), sagte: „Putin selbst hat mir vor drei Jahren seinen Plan zu Syrien noch vorgestellt. Der war ja sehr vernünftig: Eine Wahl in Russland, äh, in Syrien…“

Freudscher Versprecher? So groß würde der Unterschied zwischen Urnengängen in Russland und Syrien ja wohl nicht sein, wenn Putin die Regie führt.

„Die Russen sagen mir immer: Was wollen wir eigentlich vom Westen?“ behauptete Rahr. „Wir wollen Handel treiben, wir wollen ein Mitspracherecht beim Aufbau eines neuen Europas von Lissabon bis Wladiwostok. Wir sind nicht aggressiv…“

„Wir annektieren nur die Krim“, spottete Röttgen daraufhin.

Rahrs Antwort: „Die Ukraine ist ein Sonderfall…“ Das ist wohl der in Russland übliche Begriff, wenn Regeln nicht mehr gelten sollen.

Danach nahm sich Röttgen den Lobbyisten mal richtig vor: „Finden Sie den Krieg in Syrien gut oder nicht?“

„Furchtbar finde ich ihn“, antwortet Rahr.

Röttgen setzt nach: „Den russischen Krieg!“

Rahr: „Das arme, geschundene Volk! Aber wieso zeigen Sie denn auf die Russen?“

Röttgen: „Sie bombardieren doch dort!“

Da fiel Rahr nur noch eine schlappe Ausrede ein: „Ich bin kein Syrien-Spezialist…“

Den schönsten Spruch über die von den Russland-Verstehern absichtsvollimmer wieder geschürten Zweifel fand die New Yorker Finanzexpertin Sandra Navidi: „Wenn Sie abends schlafen gehen und der Rasen vor dem Haus ist grün“, sagte sie, „und am Morgen ist er plötzlich weiß, dann haben Sie es zwar nicht schneien gesehen, aber Sie wissen trotzdem, dass das Schnee ist!“

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