Lafontaine: Scharfe Attacke gegen Maas

Donnerstag, 17. Mai 2018

„Maischberger: Stürzt Trump die Welt ins Chaos?“ ARD, Mittwoch, 16.Mai 2018, 22.45 Uhr.

Der frühere SPD- und Linke-Chef Oskar Lafontaine hat den SPD-Außenminister Heiko Maas vor und während der ARD-Talkshow „Maischberger“ am Mittwoch ungewöhnlich scharf attackiert.

Auf seiner Facebook-Seite postete er vor der Sendung eine heftige Kritik an den neuen US-Botschafter Richard Grenell, bei der er auch auf seinen saarländischen Landsmann und früheren Parteigenossen zielte.

„Richard Grenell, ein enger Vertrauter Donald Trumps, twitterte, die deutsche Industrie sollte ihre Geschäfte im Iran ‚sofort‘ herunterfahren“, schrieb Lafontaine. „Wenn der deutsche Außenminister einen A*** in der Hose hätte, würde er diesen undiplomatische Lümmel einbestellen und ihm klarmachen, dass Deutschland keine US-Kolonie ist.“

Polter-Anfall des Abends

Hauptzielscheibe blieb jedoch Trump. „Die Amerikaner haben uns nur vor eine Wahl gestellt: Entweder ihr macht Geschäfte mit uns oder ihr macht Geschäfte mit dem Iran“, meinte Maischberger.

Das brachte Lafontaine in Rage: „Die USA haben den Anspruch, die ganze Welt zu beherrschen!“ bollerte er. „Deshalb haben sie als einziges Land 800 bis 1000 Militärstationen in der ganzen Welt! Das ganze Gerede von Frieden ist ein völliges Lügengerede!“

Die Donnerworte der Deutungsexzellenz

„Das Interesse der USA ist, ihre wirtschaftlichen Interessen auf der ganzen Welt durchzusetzen!“ wütete der faktenresistente Saarländer weiter und feuerte krude Ansichten im MG-Tempo ab: „Die ganzen Kriege dort sind Öl- und Gaskriege! Es kann doch nicht sein, dass wir ständig nach deren Pfeife tanzen! Was ist denn das für eine Helotengesinnung!“

„Mit diesem Gedanken wären bei der AfD sehr willkommen!“ spottete der Journalist Alan Posener (DIE WELT) und lieferte Gegenbeweise: „Zu glauben, dass es in Syrien, im Jemen, im Kampf Israels gegen die Hamas um Öl ginge… Auf das Öl der Iraner sind die Amerikaner gar nicht scharf, darauf sind wir Europäer scharf!“

„Das Problem sind die Herrschaftsansprüche des Iran“

„Das Problem ist nicht das Öl, sondern die Atombombe des Iran und die regionalen Herrschaftsansprüche der Mullahs“, stellte Posener fest. „Und das sehen nicht nur die Amerikaner so, sondern das sehen alle arabischen Staaten so!“

 

„Die Amerikaner werden bald mehr Öl und Gas produzieren als sie überhaupt brauchen“, prophezeite der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt. „Auch Israel, Saudi-Arabien und einige Golfstaaten waren gegen den Iran-Deal“, ergänzte die RTL-Reporterin Antonia Rados.

Dümmste Frage

Zum Thema Sicherheit sagte Hardt: „Heute sind mehr amerikanische Soldaten auf europäischen Boden als unter Obama“. Darauf Maischberger: „Ist das gut oder schlecht?“

Lafontaine machte die Pfanne wieder heiß: „Absurdes Theater! Die Europäer geben rund 300 Milliarden Euro für Rüstung aus! Der ‚böse Russe, der alle bedroht‘, gibt 66 Milliarden aus. Das ist Kindergarten!“

Hardt wollte löschen: „Sie haben aber schon zur Kenntnis genommen, was da alles geplant ist? 12.000 neue Panzer…“ Doch Lafontaine hob theatralisch die Hände: „Jaja, wir sind unterfinanziert. Den Blödsinn erzähle wir jetzt schon seit vielen, vielen Jahrzehnten…“

Eiertanz des Abends

Maischberger stellte listig die Schröder-Frage: Ob es richtig sei, dass der Altkanzler jetzt mit Putin…? Da musste sich Lafontaine erst zurechtruckeln. „Da hat er Recht“, antwortete er, aber: „Nicht, dass er jetzt sich verdingt hat, nachdem er Kanzler war, denn dadurch entwertet er die Politik, die er noch gemacht hat. Aber ein gutes Verhältnis zu Russland ist ureigenstes Interesse Deutschlands und Europas…“

Schlimmster Vergleich

Maischberger zitierte die bekannte Umfrage: „Die Mehrheit der Deutschen hat mehr Angst vor Trump als vor Putin.“

Lafontaines Kommentar: „Na gut, wir sind halt nicht so blöd.“

„In der Ukraine ist Krieg“, sagte Posener. „Und gerade ist eine Schriftstellerin, die ein Theaterstück über Putin geschrieben hat, tot aufgefunden worden. Ihr Ehemann ist vor zwei Monaten aus dem Fenster gefallen. Merkwürdig…“

Doch Lafontaine blieb bei seiner alten Taktik der Gleichmacherei: „Wir haben Oligarchensysteme im Westen“, sagt er ungerührt, „und wir haben Oligarchensysteme im Osten!“

 

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