Altmaier: Die CDU steht geschlossen hinter der Kanzlerin

Donnerstag, 5. Juli 2018

„Maischberger: Happy End in Berlin: Wie lange hält der Burgfrieden?“ ARD, Mittwoch, 4.Juli 2018, 23 Uhr.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in der ARD-Talkshow „Maischberger“ am Mittwoch versucht, alle Zweifel am Rückhalt der Kanzlerin in ihrer Partei zu zerstreuen.

Wörtlich sagte der Ex-Kanzleramtsminister: „Die Partei steht geschlossen hinter der Kanzlerin!“

Für den Unions-Zoff wollte sich Altmaier allerdings entschuldigen: „Das war kein Ruhmesblatt. Polarisierungen sind aufgebrochen. Es tut mir Leid, wie das gelaufen ist.“

Zum Start das übliche Seehofer-Bashing

Begonnen hatte die letzte „Maischberger“-Talkshow vor der Sommerpause mit den bei ARD und ZDF üblichen Angriffen auf CSU-Chef Horst Seehofer. „Ich kenne ihn als außerordentlich erratischen und sprunghaften Menschen“, schimpfte etwa die SZ-Journalistin Ferdos Forudastan.

Neuer GroKo-Beziehungsstress

Berlins SPD-Bürgermeister Michael Müller schloss sich sogleich an und baute neuen GroKo-Beziehungsstress auf: Die Flüchtlingsdebatte sei ein „Armutszeugnis für den Innenminister“, denn: „Er stärkt rechtspopulistische Parteien und Positionen!“

Staatsministerin und CSU-Vize Ilse Aigner war als Gast angekündigt, wurde aber nur zugeschaltet, und auch das nur für einen Teil der Sendung. „Es stand viel auf dem Spiel“, erklärte sie. „Jeder hat seinen Politikstil. Aber Horst Seehofer war erfolgreich. Es ist rausgekommen, was wir uns erhofft haben!“

Naivster Vorwurf

Der SZ-Journalistin wollte die CSU-Politikerin irgendwie dazu bringen, ihren eigenen Chef in die Pfanne zu hauen: „Ich verstehe nicht, dass man nicht - auch als Parteifreundin - über seinen Schatten springt!“ hielt sie ihr vor.

Doch Aigner ließ sich nicht vor fremde Karren spannen: „Für mich ist entscheidend, dass ein gutes Ergebnis rausgekommen ist“, konterte sie und lobte ihren Vorsitzenden: „Er hat sehr hart und hoch gepokert.“

Kaffeesatzlesung des Abends

SZ-Forudastan löste mit einer typischen Stammtisch-Parole Klischee-Alarm aus: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt wolle CSU-Chef werden, spekulierte sie, dürfe das aber jetzt noch nicht, weil Ministerpräsident Markus Söder das nicht wolle, also müsse Seehofer noch weitermachen.

Deutlich zu ihrem Leidwesen wollte aber niemand so recht darauf eingehen. Altmaier rieb lieber der Konkurrenz eine Anekdote rein: Der SPD-Fraktionschef Herbert Wehner habe einst über den SPD-Kanzler Willy Brandt gesagt: „Der Herr badet gern lau“. Solche Dinge kämen hin und wieder in der Politik vor...

Die klarste Ansage

"BILD"-Vize Nikolaus Blome führte die Runde wieder zum Thema zurück: „Frau Merkel hätte Herrn Seehofer rauswerfen können“, sagte er, aber dann wären beide am Ende gewesen.

Bei Müller war inzwischen das Wort „Pokern“ angekommen, und er schaltete gleich wieder in den Empörungsmodus: „Horst Seehofer hat mit Europa gepokert!“ entrüstete er sich. „Unverantwortlich!“ Schimpfkanonade des Abends

„Das kannten wir bisher nur von Rechtspopulisten!“ assistierte Forudastan. Ein CDU-Minister aus Schwaben habe sogar gesagt, Seehofer habe einen „Sparren“!

„BILD“-Blome erinnerte daran, dass die SZ habe ihrerseits Seehofer mit dem Wort „Psycho“ bedacht habe, „was ungefähr dieselbe Klasse ist.“

Zoff-Thema „Zurückweisung“

Inzwischen war schon fast die halbe Sendezeit von der Uhr. Aigner versuchte es unverdrossen weiter mit sachlichen Argumenten: In den geplanten Transitzentren würden nur Menschen zurückgewiesen, die ihr Asylverfahren in einem anderen Land machen müssten, weil sie dort registriert seien.

Doch wie die SPD schon 2015 lehnte Müller solche Zentren auch jetzt wieder ab: „Sie waren damals nicht vernünftig, und sie sind heute nicht vernünftig!“ Über Anträge müsse innerhalb von nur 48 Stunden entschieden werden - warum solle das überhaupt funktionieren?

Bester Konter

„Weil es auch am Frankfurter Flughafen funktioniert“, sagte Blome prompt. Dort wird seit Jahrzehnten gemacht, was jetzt in der Flüchtlingsfrage für unmöglich erklärt wird.

Müller wollte sich mit einem Reizwort aus der Klemme helfen: „Für geschlossene Lager sehe ich keine Mehrheit in der SPD!“ erklärt er.

„Dann müssen Sie aber auch die Einrichtung am Frankfurter Flughafen schließen“, konterte Blome. „Die Wähler wollen eine Antwort auf die Frage, warum Menschen, die schon anderswo registriert sind, bei uns trotzdem ein Verfahren bekommen. Warum beantworten Sie Ihren Wählern diese Frage nicht?“

Dieser Artikel ist in folgenden Kategorien


Schreiben Sie einen Kommentar


:


:


:


:


*:
Bitte achten Sie auf weitere Anweisungen im nächsten Schritt