Der typische Wähler ein versoffener Faulpelz?

Montag, 22. Oktober 2012

Peer Steinbrück hat mit Vorträgen viel Geld verdient. Jetzt sind die Leute missgestimmt. Das Ansehen der politischen Klasse befindet sich im freien Fall. Nyaryum druckt dazu einen Beitrag vom Februar 1998. Kohl war noch Kanzler, Waigel Finanzminister, der Euro noch nicht in Sicht. Viel hat sich seither geändert, vieles nicht.

Der brave Bürger hat die Riesenstaatsmänner und Parteibonzen schon lange auf dem Kieker, jetzt aber sind die Politiker in ihrer moralischen Minderwertigkeit besonders gut zu verachten. Verlogene Versprechungen, und nach der Wahl Gedächtnislücken!

Dazu kommt Allbekanntes: Abzocker im Selbstbedienungsladen Bundesrepublik. Diätenerhöhung, Korruption, Dienstwagen, Flugbereitschaft...

Dabei Nichtstuer, die nur quasseln. Aber im Feiern Spitze, mit Staatsknete natürlich. Fressen, Saufen...Einer hat schon die vierte Frau.

Und: Schuldenmacher. Waigel kann nicht rechnen. Aber anderen in die Tasche greifen. Raubritter. Das schöne Steuergeld anschließend für Schwachsinn verschwenden, statt für Kindertagesstätten.

Außen kinkeln, innen kungeln. Alles Amigos, trotzdem immer die Säge am Stuhl: Feind, Parteifreund, Parteifeind.

Dagegen der Wähler: Er kriegt nichts geschenkt. Gesetzestreuer Bürger, harter Arbeiter. Familienmensch. Hält sein sauer verdientes Geld zusammen. Zahlt brav die viel zu hohen Steuern. Muß trotzdem alles ausbaden.

Hat der solche Politiker verdient?

Ja. Denn der Wähler ist nicht besser, sondern oft sogar noch schlechter als die Vielgeschmähten in den Bundes- und Landtagen.

Neun von zehn Deutschen lügen. Jeder vierte sagt, das könne er sogar besonders gut.

Jeder zweite Werktätige stiehlt in der Firma. Ware, Bürobedarf, Baumaterial. Schaden jährlich: 35 Milliarden DM. Häuslebauer schrauben Garderoben-Haken von Diensttoiletten-Türen. Manager lassen den Privatwagen der Gattin an der Firmentankstelle volllaufen.

Jeder zehnte Arbeitnehmer macht freitags oder montags blau. Jeder vierte arbeitet gern schwarz. Jeder zweite Bundesbürger heuert Schwarzarbeiter an. Deutschlands größte Firma heißt „Samstags & Sonntags“. Sie setzt 550 Milliarden DM um, fünfmal so viel wie vor 20 Jahren.

Kein Bewohner des blauen Planeten trinkt mehr als der Deutsche. jeder siebte hat ein Alkoholproblem. Jeder zweite gibt auch dann Gas, wenn er das Auto nur schwankend erreichte. jedes Jahr begehen 400 000 Fahrer Unfallflucht. Gleichzeitig melden sich immer weniger Zeugen - keine Lust auf Scherereien.

Jeder vierte deutsche Mann hat schon einmal seine Partnerin betrogen. Ebensoviele würden gern mal mit der Freundin ihres besten Freundes … Jeder dritte war schon einmal bei einer Prostituierten. Vier von fünf gucken Pornos.

60 Prozent der deutschen Eltern hauen ihren Sprößlingen ab und zu eine rein. Kölns Kardinal Joachim Meisner beklagt eine „vaterlose, mutterlose Gesellschaft“ in einem Land, in dem es „mehr Särge als Kinderwiegen gibt“.

Die privaten Schulden der Deutschen erhöhen sich jährlich um sieben Prozent, liegen jetzt mit zwei Billionen nahe an den öffentlichen Schulden der Staatshaushalte. Ursache: Überzogene Konsum-Wünsche.

Der deutsche Steuerzahler betrügt das Finanzamt jährlich um 200 Milliarden DM, Tendenz steigend. Jeder dritte schummelt bei seiner Steuererklärung, jeder zweite hält das für ein Kavaliers-Delikt.

Zehn Prozent der Deutschen haben schon mal im Laden gestohlen; bei Beamten und „Grünen“ sind es sogar 16 Prozent. Jeder zweite sackt zuviel herausgegebenes Wechselgeld ungerührt ein.

Der deutsche Nachbar ist als Prozeßhansel gefürchtet: Jährlich gehen 400 000 Streitfälle vor die Gerichte. Jeder dritte Schüler oder Student dreht rücksichtslos Radio und Stereo-Anlage auf. Jeder vierte gibt geborgte Bücher nicht zurück.

Wollen diese Zahlen etwa sagen, der typische deutsche Wähler sei ein versoffener Faulpelz, der seine Firma beklaut, seine Frau betrügt, seine Kinder verprügelt, das Finanzamt belügt, seine Nachbarn terrorisiert und auf Teufel komm raus Geld pumpt, um sich Sachen zu kaufen, die er weder braucht noch sich leisten kann?

Bitte keine Verallgemeinerungen! Aber: In der Demokratie hat jedes Volk die Politiker, die es verdient.

 

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