"Musik ist klanggewordene Zeit"

Montag, 3. Dezember 2012

Konrad Lorenz, „Die Acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“: „Die Revolution der heutigen Jugend ist von Hass getragen, und zwar von einem solchen, der dem gefährlichsten und am schwersten zu überwindenden aller Hassgefühle, dem Nationalhass, aufs nächste verwandt ist. Mit anderen Worten, die revoltierende Jugend reagiert auf die ältere Generation in derselben Weise, in der sonst eine Kulturgruppe oder 'ethnische Gruppe' auf eine fremde und feindliche reagiert … Es ist eine recht beunruhigende Tatsache, dass die heutige jüngere Generation ganz unzweideutig beginnt, die ältere als eine fremde Pseudospezies zu behandeln." Geschrieben 1973. Inzwischen bedrohen manche so Beschriebene die Elterngeneration mit Rentenkürzungen.

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Tabakqualm ist wie das Leben würzig, teuer und gefährlich, bis er sich am Ende in die Luft verliert. Das Alter braucht stets stärkeres Aroma.

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Robert Schumanns 1.Sinfonie B-Dur ist ein besonders ermutigendes Musikstück. Den ersten Anstoß zu ihrer Komposition gab Franz Schuberts große C-Dur-Sinfonie, und als das in nur vier Januartagen (Schumann: „In feuriger Stunde“) fertiggestellte Werk im Leipziger Gewandhaus zum ersten Mal erklang, stand Felix Mendelssohn Bartholdy am Dirigentenpult.

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Eine junge Dame fährt morgens um drei nicht mehr ganz nüchtern von einer Weihnachtsfeier nach Hause. Am Straßenrand kommt plötzlich ein gut gekleideter Herr ins Blickfeld und hebt den Daumen. Ein Anhalter im Blazer, mit Schlips und Aktenkoffer? Die junge Dame wird neugierig, hält an und fährt die Seitenscheibe herunter. Der Herr bittet tatsächlich, mitgenommen zu werden: Er hat auf der Heimfahrt vom Büro noch einen Freund besucht, sich festgequatscht, dabei einen über den Durst getrunken und deshalb sein Auto stehen lassen. Er wohnt nur ein paar Straßen weiter, und das war ihm zu kurz, um ein Taxi zu rufen. Jetzt aber ist es ihm doch zu weit, sich auf wankenden Füßen weiter durch die kalte Nacht hinzuschlippen. Die Dame zeigt Herz und lässt ihn einsteigen. Hinter der nächsten Kurve sieht sie erschrocken die Polizei bei einer Alkoholkontrolle. „Mist!“ jammert sie, „jetzt ist mein Führerschein weg!“ Doch ihr Mitfahrer beruhigt sie: „Keine Angst, fahren Sie nur schön weiter! Der Besoffene bin ich, Sie sind bloß das brave Frauchen, das den Alten nach Hause karrt.“ So denken auch die Polizisten und winken das vermeintliche Ehepaar durch. Lohn der guten Tat…

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Ernst Jünger: "Musik ist klanggewordene Zeit."

 

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