„Nicht das Nichts, sondern die Ewigkeit!“

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Victor Hugo, „Grabrede auf Balzac“: „In Zeiten wie den unsrigen sind alle Fiktionen in Rauch aufgegangen. Jetzt richten die Blicke sich nicht auf die Häupter derer, die regieren, sondern auf die Häupter derer, die denken, und das ganze Land erbebt, wenn einer dieser Köpfe verschwindet. Die Trauer des Volkes gilt heute dem Tod eines Mannes von Talent; die Trauer der Nation dem Tod eines Mannes von Genie.“ – „Große Menschen erschaffen sich selber ihren Sockel; des Standbilds nimmt sich die Zukunft an.“ – „In einer Epoche wie der unseren ist es vielleicht gut, ist es vielleicht notwendig, daß von Zeit zu Zeit der Tod eines Großen den von Zweifeln und Skeptizismus verzehrten Herzen eine religiöse Erschütterung zuteilwerden läßt. Die Vorsehung weiß, was sie tut, wenn sie auf solcherlei Weise das Volk Auge in Auge den höchsten Mysterien gegenüberstellt und wenn sie ihm auferlegt, über den Tod nachzusinnen, der die große Gleichheit ist und auch die große Freiheit.“ – „Nur strenge und ernste Gedanken können in allen Herzen wohnen, wenn ein erhabener Geist majestätisch seinen Eintritt in ein anderes Leben vollzieht, wenn einer der Menschen, die lange Zeit mit sichtbaren Geniusfittichen über der Masse geschwebt haben, plötzlich jene anderen Fittiche entfaltet, die man nicht zu sehen vermag, und jäh ins Unbekannte eintaucht. Nein, nicht ins Unbekannte! Nein, ich habe es schon bei einer anderen schmerzlichen Gelegenheit gesagt und werde nie müde werden, es zu wiederholen, nein, nicht das Dunkel ist es, sondern das Licht! Nicht das Ende, sondern der Beginn! Nicht das Nichts, sondern die Ewigkeit!“ - „Särge wie dieser zeugen von der Unsterblichkeit; angesichts mancher erlauchter Toter empfindet man deutlicher die göttlichen Schicksalsbestimmungen jenes Geistwesens, das die Erde durchschweift, um zu leiden und sich zu reinigen und das ‚Mensch‘ genannt wird; und man sagt sich, es sei unmöglich, daß die, die zu ihren Lebzeiten Genies gewesen sind, nicht nach ihrem Tod Seelen sind!“ Honoré de Balzac (1799-1850) schrieb 97 Bücher und starb mit nur 51 Jahren an zu viel Arbeit, zu vielen Affären und zu viel Kaffee. „Google“ öffnet bei Eingabe seines Namens als erstes die Seite einer Coffeeshopkette.

*

Die Wahrheit ist die Mutter der Weisheit.

*

Mendelssohn Bartholdy, Violinkonzert e-Moll: Die Violine ist das wahre Instrument des Himmels. In der Hölle wäre sie fehl am Platz, dorthin schätzt man eher Pauke und Trompete.

*

Die Volksbildung schreitet voran, im Internet mehren sich Beispiele von lateinischen Tattoo-Sprüchen: „omnia mea mecum porto“, „ama la tua vita“, „carpe diem“. Kommentar eines Kritikers: „Warum wollen alle immer lateinische Sprüche, obwohl sie nie Latein hatten oder es in der Schule hassten?“

*

Goethe, "Wilhelm Meisters Wanderjahre": "Denn etwa funfzig Jahre bleibt der Name vorzüglicher Menschen in der Erinnerung des Volkes, weiterhin verschwindet er oder wird märchenhaft."

 

Dieser Artikel ist in folgenden Kategorien


Schreiben Sie einen Kommentar


:


:


:


:


*:
Bitte achten Sie auf weitere Anweisungen im nächsten Schritt