Katholisch, ist das dieses Christliche?

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Diogenes Laertius: "Platon aus Athen war der Sohn des Ariston und der Periktione oder Potone, die ihr Geschlecht auf Solon zurückführte. Solon aber führte sein Geschlecht auf Neleus und Poseidon zurück." Auch in unserer aufgeklärten Zeit gibt es Leute, die sich göttlichen Ursprungs rühmen, zum Beispiel in England jene angeblichen Nachfahren Jesu, dem Maria Magdalena einen Sohn geboren haben solle. Auf der Flucht habe sie den Jungen nach Gallien gebracht, von dort sei er später nach England gekommen. Platons Biographen Speusipp und Anaxilides vermuten noch einen andere Vater: "Ariston habe der in voller Schönheit blühenden Periktione Gewalt antun wollen, ohne seinen Willen durchzusetzen; und als er sich beschied, sei ihm Apollo erschienen, worauf er sie unberührt gelassen habe bis zur Niederkunft."

Diogenes weiter über den wohl berühmtesten der antiken Philosophen: "Manche berichten auch von seinem Auftreten als Ringkämpfer auf dem Isthmos." - "Er soll eine schwache Stimme gehabt haben." - "Platon hatte auch beschlossen, die Magier aufzusuchen, mußte aber wegen der Kriege in Asien darauf verzichten. Nach seiner Rückkehr nach Athen wählte er zu seiner Wohn- und Lehrstätte die Akademie. Das ist ein baumreiches Gymnasium vor der Stadt, das seinen Namen von einem Heros Hekademos hat." - "Man erzählt auch, Sokrates habe nach Vorlesung des Platonschen Lysis (des berühmten Dialoges „Lysis über die Freundschaft“) gesagt: 'Beim Herakles, was der junge Mensch doch alles über mich zusammenlügt.'" - "Was seinen Wortschatz anlangt, so bedient er sich sehr mannigfacher Bezeichnungen, um den Ungelehrigen und Unberufenen den Überblick über seine philosophische Schriftstellerei nicht zu leicht zu machen." - "Die Seele, erklärte er, sei unsterblich und umkleide sich nacheinander mit einer ganzen Reihe verschiedener Leiber." - "Er nahm zwei Urgründe des Alls an, Gott und die Materie; jenen nennt er auch Vernunft und Ursache." - "Die gesamte Schöpfung habe Gott zum Urheber, weil das Gute von Natur das Gute hervorbringe." - "Die Zeit sei ein Bild der Ewigkeit."

Ein besonderes Kapitel sind die drei Reisen Platons nach Sizilien. Beim ersten Mal will er die Insel und ihre Feuerschlünde besichtigen, gerät mit Dionysios von Syrakus in Streit, wird von dem Tyrannen in die Sklaverei verkauft und kommt dabei fast ums Leben. Später bereut der Gewaltherrscher die Zornestat und bittet den Geretteten in einem Brief, er möge ihn nicht durch nachteilige Äußerungen bloßstellen. Platon erwidert, er habe "nicht Zeit genug, um an Dionysios zu denken." Bei der zweiten Reise erbittet der Philosoph von dem Sohn des Tyrannen, Dionysios II., Land und Leute, um das von ihm entworfene Staatsideal zu verwirklichen. Der neue Machthaber sagt zu, hält aber nicht Wort. Als Platon in den Verdacht geriet, die Befreiung der Insel von der Tyrannei anzustreben, gerät er erneut in große Gefahr. Die dritte Reise unternimmt er, um sich mit Dionysios auszusöhnen, was jedoch misslingt. Geist und Politik!

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Sozialistisch ist oft das Gegenteil von sozial.

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Bartóks "Konzert für Orchester" Sz 116 lenkt den Blick auf ferne Horizonte, an denen schemenhaft Unbekanntes vorüberzieht: Reiter im Dunst, doch mit klaren Konturen. Verloren schlägt die Schamanentrommel; sie hat die alten Siege und Niederlagen lange vergessen. Das Konzert entstand 1943. Drei Jahre zuvor war der Komponist in die USA emigriert. Er litt an Leukämie, was die Ärzte ihm verschwiegen.

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Informationsabend in einem katholischen Kindergarten in Hamburg. Eltern wollen ihre Kinder für das nächste Jahr anmelden und lassen sich erzählen, was so alles geboten ist. Nach einer Stunde kommt die Kindergärtnerin zum Ende: „Haben Sie noch Fragen?“ Eine Mutter meldet sich: „Ja. Katholischer Kindergarten – machen Sie da eigentlich auch dieses Christliche?“

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"Wilhelm Meisters Wanderjahre": "Ein Vater allein fühlt den Respekt, den man einem Vater schuldig ist."

 

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