Die spannendste Reportage aller Zeiten

Montag, 17. Dezember 2012

Das Wort vom Sonntag

Er ist ein Mann vieler Talente: Arzt, Missionar, Maler, Evangelist. Von Lukas (1-85 n.Chr.) stammt die spannendste Reportage der Bibel. Sein Bericht von der verzweifelten Suche nach einer Herberge für die hochschwangere Maria, von der Geburt im Stall, dem Kind in der Krippe, den Hirten auf dem Felde und der frohen Botschaft, von Engeln verkündet, bewegt die Herzen der Menschen zu allen Zeiten. Lukas schreibt die Erzählung am Ende eines langen Lebens nieder. Auch die biblische Apostelgeschichte mit dem Pfingstwunder stammt aus seiner Feder. Sein Name bedeutet „ins Licht hineingeboren“. Lukas ist Grieche, hochgebildet, Bürger der Weltstadt Antiochia (heute Antakya/Türkei), in der sich die Anhänger des neuen Glaubens zum ersten Mal „Christen“ nennen. Lukas malt auch das erste Madonnenbild, reist mit Paulus nach Rom, missioniert später im heidnischen Griechenland. Reliquien werden auf dem Mönchsberg Athos und im italienischen Padua verehrt. Das Mittelalter verfüttert Zettel mit seinem Namen als Schutz gegen Hexen ans Vieh. Papst Benedikt XVI. sagt über ihn: „Die Weihnachtsgeschichte des heiligen Lukas erzählt uns, dass Gott den Schleier seiner Verborgenheit als Erstes vor den ganz Geringen ein wenig gelüftet hat, vor Menschen, die in der großen Gesellschaft eher verachtet waren: den Hirten, die bei den Tieren auf den Feldern um Bethlehem Wache hielten. Es waren wirklich wache Menschen, in denen der Sinn für Gott und seine Nähe lebendig war. Menschen, die auf Gott warteten und sich nicht damit zufrieden gaben, dass er uns im Alltag so fern scheint.“ Sie und ihre Sehnsucht hat Lukas uns nahegebracht. Lukas ist Patron der Ärzte, Chirurgen, Bildhauer, Buchbinder, Künstler, Maler, Glasmaler, Goldschmiede, Metzger und Notare. Seine Attribute sind Evangelienbuch, Schreibfeder, Stier. Nach dem Volksglauben hilft er vor allem gegen Krankheiten und Unfälle, und eine

Wetterregel lautet: „Ist's um Lukas mild und warm, dann kommt ein Winter, daß Gott erbarm.“ Sein Gedenktag ist der 18. Oktober. 2012 war „Lukas“ ein Donnerstag mit viel Sonne, trockenem Wetter bei lockerer Bewölkung und für die Jahreszeit sehr milden 17 bis 23 Grad.

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Konrad Lorenz, „Die Acht Todsünden“: "Der Einzelmensch, der mit dem Ausfall bestimmter sozialer Verhaltensweisen und dem gleichzeitigen Ausfall der Fähigkeit zu den sie begleitenden Gefühlen geschlagen ist, ist tatsächlich ein armer Kranker, der unser volles Mitleid verdient. Der Ausfall selbst aber ist das Böse schlechthin. Es ist nicht nur die Negation und Rückgängigmachung des Schöpfungsvorganges, durch den ein Tier zum Menschen wurde, sondern etwas viel Schlimmeres, ja Unheimliches. In irgendeiner geheimnisvollen Weise führt die Störung moralischen Verhaltens nämlich sehr oft nicht zu einem einfachen Fehlen alles dessen, was wir als gut und anständig empfinden, sondern zu einer aktiven Feindschaft dagegen. Eben dies ist das Phänomen, das viele Religionen an einen Feind und Gegenspieler Gottes glauben läßt."

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Angst vor der Zukunft ist Misstrauen gegen Gott.

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Beethoven, 3.Klavierkonzert c-Moll op.37: Erst mutiges, kraftvolles Planen in einem ständig sich steigernden Spiel der Ideen, angefeuert durch den wiederkehrenden Wechsel verlangender und erhabener Gefühle. Dann ein sich Beschränken in Demut, durch Liebe bewegt. Die Erkenntnis der eigenen Unvollkommenheit führt vom Babelturm auf festen Grund und erhöht den Menschen erst zu wirklicher Größe. Das Adagio erinnert daran, dass wir Gottes Stimme erst hören können, wenn wir taub sind gegenüber der Welt. Im 3.Satz sind mit der Befreiung vom Ich alle Zweifel verschwunden, und von Gottes Liebe gezogen steigt die Seele zum Himmel. Ihr Flug ist der letzte, endgültige und unwiderrufliche Triumph des Geistes über das Fleisch. Nur so steht es auch der Weg zur letzten Wahrheit offen. Ihn begleitet eine Freude, die alles Leid für immer vergisst.

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Camus, „Die Pest“: "Ein paar Jahrhunderte früher hatte ein profaner Schriftsteller behauptet, das Geheimnis der Kirche zu lüften, indem er versicherte, daß es kein Fegefeuer gebe. Er meinte damit, daß es keine halben Maßnahmen gebe, sondern nur das Paradies und die Hölle, und daß man nur gerettet und verdammt sein konnte, je nach dem, was man gewählt hatte. Wenn man Panelox glauben wollte, war das eine Ketzerei, wie sie nur in der Seele eines Freigeistes entstehen konnte. Denn es gab ein Fegefeuer. Aber es gab ohne Zweifel Zeiten, in denen man dies Fegefeuer nicht allzu sehr erhoffen durfte; es gab Zeiten, in denen man nicht von verzeihlichen Sünden sprechen konnte. Jede Sünde war eine Todsünde und jede Gleichgültigkeit verbrecherisch. Es war alles oder es war nichts."

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Karl Rahner: "Advent feiern wir, wenn wir die Boten des Endes in unserem Leben sehen und annehmen."

 

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