Die eukalyptischen Reiter

Dienstag, 18. Dezember 2012

Sendungen von Montag, 17.Dezember 2012

In „heute Journal“ spricht ZDF-Moderator Claus Kleber mit Banken-Experte Prof. Wolfgang Gerke über die Deutschbanker Jürgen Fitschen und Anshu Jain und Fitschens Anruf bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Auszüge:

Kleber: „Wie angeschlagen ist jetzt die Deutsche Bank?“

Gerke: „Der kulturelle Neuanfang war ein Fehlstart. Man hat die Erwartungen, die geweckt wurden, nicht erfüllt. Dieses törichte Telefonat ist ja eine Fortsetzung der Vergangenheit. Das ist für mich eigentlich das schlimmste Ereignis. Ich gehe davon aus, dass Herr Fitschen in der Sache unschuldig ist, aber in der Skandalbewältigung hat er versagt.“

Kleber: „Es geht um Betrügereien in dreistelliger Millionenhöhe. Ist denn die Bankkultur der Deutschen Bank, die es ja mal gegeben haben soll, völlig vor die Hunde gegangen?“

Gerke: „Das Investment-Banking ist eine völlig andere Kultur … Ich finde es nicht so ganz fair, dass nur auf Herrn Fitschen eingeschlagen wird. Vielleicht hält er auch mit System seinen Kopf hin, denn es war die Abteilung von Anshu Jain, in der dieser Schweinereien passiert sind.“

Kleber: „Das ist der Co-Chef der Deutschen Bank, die im Moment eine Doppelspitze hat: Der eine ist angeschlagen und der andere ist von der Bildfläche verschwunden.“

Gerke: „Ja. Das sieht nach System aus, dass derjenige, der die kürzere Zeit im Amt sein wird, den Kopf hinhält, und derjenige, der dann möglicherweise der alleinige Nachfolger werden soll, im Moment abtauchen darf.“

Kleber: „Kann so ein Spiel aufgehen?“

Gerke: „Nein, Das macht die Öffentlichkeit nicht mit. Das macht die Staatsanwaltschaft nicht mit. Da hilft es auch nicht, wenn man beim Ministerpräsidenten anruft. Von daher macht die Bank eine völlig falsche Politik.“

Erich Kästner, „Hymnus auf die Bankiers“: „Ihr Appetit ist bodenlos, / Sie fressen Gott und die Welt. / Sie säen nicht, sie ernten bloß. /Sie schwängern ihr eigenes Geld.“    

*

Dialog der Woche

In „Mitternachtsspitzen“ spricht WDR-Kabarettist Jürgen Becker mit seinen Kollegen Dietmar Jakob und Elmar Brandt als „Joschka Fischer“, „Katrin Göring-Eckardt“ und „Ronald Pofalla. Auszüge:

Becker: „Herr Fischer, wie finden Sie die neue Vorsitzende Katrin Göring-Eckardt?“

„Fischer“: Sie ist evangelisch, ostdeutsch und Frau, das heißt, sie deckt gleich drei gesellschaftliche Problembereiche ab.“

Becker: „Sie hat sich ja als Konservative gegen Claudia Roth durchgesetzt. Geht die Roth jetzt eigentlich in Sack und Asche?“

„Fischer“: „Die kriegt von uns Asche und geht uns weiter auf den Sack.“

Becker: „Frau Göring-Eckardt, spielt Gott in Ihrer Partei jetzt such die Hauptrolle?“

„Göring-Eckardt“: „Bisher noch nicht, denn die Grünen sind ja die Partei, die am meisten von Beamten gewählt wird, und da passt Gott ja gar nicht rein, denn der hat ja auch samstags gearbeitet.“

Becker: „Früher waren die Grünen Revoluzzer, da ging es heiß her, wenn die auf die Straße gingen. Sie sind mit Steinen in der Hand auf Polizisten losgegangen.“

„Fischer“: „Wenn viele vom Grüne-Vorstand auf die Straße gehen, ist es immer noch heiß, das kommt halt heute vom Klimakterium. Und ich hab‘ immer noch viele Steine, halt nur nicht mehr in der Hand, sondern in Russland auf dem Festgeldkonto.“

Becker: „Die CDU hat in den Städten keine Chance. Herr Pofalla, wie kommt das?“

„Pofalla“: „Weil das Leben in der Stadt so anders ist als das, was wir kennen. In der Stadt trinken alle den ganzen Tag im Café aufgeschäumte Milch und haben Burnout. Ich komme vom Niederrhein. Wenn wir da wollen, dass die Milch schäumt, dann ziehen wir beim Melken doppelt so schnell an der Zitze, und einzigen, die bei uns Burnout haben, sind die Bauern, wenn sie die Feuerversicherung bescheißen.“

„Fischer“: „Erst wenn die letzte Ölplattform versenkt und die letzte Tankstelle geschlossen ist, werdet ihr merken, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.“

*

TV-SPRÜCHE

„Landwirt Bernd hat 3,5 Millionen Euro bei ‚Schlag den Raab‘ gewonnen. 3,5 Millionen in 5 Stunden – das schafft nicht mal Peer Steinbrück!“

Stefan Raab in „TV Total“ (ProSieben)

„Wir reden ja in der biblischen Prophezeiung von den apokalyptischen Reitern. Das ist aber nur in unseren Breitengraden so. In Australien zum Beispiel redet man von den eukalyptischen Reitern - das Bild der reitenden Koalabären!“

„Wird nach dem Weltuntergang die Uhr vor- oder zurückgestellt?“

Pierre M. Krause in „SWRlatenight“

„Wer vorne mundtot gemacht wird, kann trotzdem hinten weiter furzen!“

„Es erleichtert Politik ungemein, wenn die, die nichts zu sagen haben, auch tatsächlich nichts sagen!“

„Der eine macht’s, der zweite verlacht‘s‚ der dritte betracht’s, was macht’s!“

Mathias Richling in „Spätschicht – Die SWR Comedy Bühne“

„Acht bis zehn prominente Langweiler sitzen auf einem hässlichen Sofa und labern den Zuschauer ins Koma.“

Kabarettist Christoph Sieber in „Spätschicht – Die SWR Comedy Bühne“ über „Wetten, dass…?“

„Alle Großstädte in der Hand von Rot-Grün, die CDU wird nur noch in extrem dörflichen Strukturen gewählt: In der Eifel, im Westerwald oder in Düsseldorf!“

„Die Evangelen sind richtig in heute: Der Präsident ein evangelischer Pfarrer, die Kanzlerin eine evangelische Pfarrerstochter, die Grüne-Chefin eine evangelische Pfarrersfrau – ich glaube, das einzige Land, das noch mehr Kirchenleute in der Spitze hat, ist der Iran!“

„Da ist es wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Margot Käßmann Verkehrsministerin wird!“

Jürgen Becker in „Mitternachtsspitzen (WDR)

 

Dieser Artikel ist in folgenden Kategorien


Schreiben Sie einen Kommentar


:


:


:


:


*:
Bitte achten Sie auf weitere Anweisungen im nächsten Schritt