Patron der Umweltschützer

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Das Wort zum Freitag

Die Figuren sind Hirten mit ihren Tieren, als Bühne dient eine Höhle im Wald von Greccio: Weihnachten 1223 sehen die Sabiner Berge nördlich von Rom die erste Weihnachtskrippe der Welt. Der hl. Franziskus von Assisi (1181-1226) will seinen Zuhörern das Wunder der Gottesgeburt näherbringen. Das Kind auf dem Stroh soll zeigen: Jesus stammt aus dem einfachen Volk. Der Prediger nicht: Als Sohn eines reichen Tuchhändlers und einer aristokratischen Südfranzösin lebt Giovanni Battista Bernardone, liebevoll „Francesco“ („kleiner Franzose“) genannt, sorglos in den Tag. Erst nach einem Jahr als Kriegsgefangener und der Umarmung eines Leprakranken erkennt er seine Berufung. Vom Vater enterbt, wird er Wanderprediger und gründet den ersten Bettlerorden. Krankheiten nennt er Schwestern, den Tod seinen Bruder. 1224 empfängt er nach ekstatischen Visionen die Wundmale Christi. Seine Liebe zu allen Geschöpfen kommt in seinem „Sonnengesang“ auf einzigartige Weise zum Ausdruck. Als erster spricht er aus, dass die Arbeit zur Würde des Menschen gehört. „Das Zeugnis, dass er in seiner Zeit ablegte, macht ihn zu einem natürlichen Bezugspunkt für jene, die auch heute noch das Ideal des Friedens, der Achtung der Natur und des Dialogs zwischen den Menschen, Religionen und Kulturen pflegen“, sagt Papst Benedikt XVI. „Dennoch ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass es seine radikale Entscheidung für Christus war, die ihm den Schlüssel zum Verständnis jener Brüderlichkeit gegeben hat, zu der alle Menschen berufen sind.“

Die Patronate des hl. Franziskus: Hauptpatron Italiens (seit 1939), Bistum Basel, Assisi und viele andere italienische Städte, Flachshändler, Tuchhändler, Kaufleute, Schneider, Weber, Sozialarbeiter, Umweltschützer (seit 1980), Arme.

Darstellung: im dunkelbraunen Franziskaner-Habit, mit den Wundmalen, ein einstürzendes Haus haltend, als Prediger der Vögel und Fische.

Attribute: Rosenkranz, Totenkopf, Wolf, Lamm, Lilienstab.

Im Volksglauben werden Franziskanermönche später zu Geisterbannern, Dämonenbeschwörern und Exorzisten.

Wetterregel zum 26.Dezember: „Wenn es ums Christfest feucht und nass, so gibt es leere Speicher und Fass.“

Sein Namenstag ist der 4.Oktober.

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Das Gebet ist eine Mauer gegen Dämonen.

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Tertullian: "Jawohl, dieses Kreuzmysterium mußte in der alten Verkündigung in Bilder gehüllt werden. Denn wäre es bildlos nackt verkündigt worden, es wäre ein noch viel größerer Skandal gewesen. Und je großartiger dieses Mysterium sein sollte, um so mehr mußte es im Schatten der Bilder bleiben, auf daß die Schwierigkeit des Verstehens immer wieder suche nach der Gnade Gottes."

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Wer nicht glauben möchte, dass Gott sein Ebenbild ausgerechnet auf einem so kleinen Planeten in einem höchst durchschnittlichen Sonnensystem weit vom Zentrum einer außerdem wenig wichtigen Galaxis erschuf, möge daran denken, daß derselbe Gott seinen Sohn in dem unbekannten, kleinen, weltfernen Dorf Bethlehem zur Welt kommen ließ.

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Boccherinis Streichquartett h-Moll op.58/4 beschreibt die Schönheiten der Schöpfung auf besonders schwungvolle Weise. Gleich die ersten Takte entrücken den Geist dem Alltag in unnachgiebigem Drängen, lassen Zerstörerischem wie Zorn oder Zweifel weder Ruhe noch Raum. Die Melodie weckt Sehnsucht nach dem Höheren, baut dem strebenden Herzen Treppen und Türme.

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Hugo Rahner, "Griechische Mythen in christlicher Deutung": "Darin besteht das Wesen des gesamten Alten Testaments, eine einzige ungeheure Parabel zu sein, in die sich die Zukunft verhüllt, um sie zugleich dem Wissenden offenbar zu machen." - Weiter in Rahners: "Hielten doch schon die Ureinwohner von Lystra den Paulus für Hermes und schrien ihre Begeisterung auf Lykaonisch zum Himmel empor, weil sie Götter in Menschengestalt zu sehen wähnten." - Zum Mythos der zauberwirksamen Pflanze Moly, die der Götterbote dem Odysseus zum Schutz gegen die Hexenkünste der Kirke mitgibt: "...daß der Mensch immer nur gesundet an etwas, das größer ist als er selbst, das ihm von oben her entgegenkommt wie Hermes mit der seelenheilenden Blume." Und: "Der Mensch muß aufsteigen aus dem acherontischen Pfuhl zum Helios Christus, aus dem Dunkel des Mutterschoßes im Taufquell zu dem platonischen Kreuzmysterium, das am nächtlichen Himmel zu funkeln beginnt und den kommenden Tag des Lichts anzeigt, vom Kot bis zu den Sternen. Dieser Aufstieg ist ein wahres Purgatorium, ein Scheidungsprozeß der Seele, denn im Menschen kämpfen Gigantenblut und Helioslicht, seelenfressende Hunde und Sehnsucht nach Entfaltung der selenheilenden Blume. Nun gilt es, die letzten Höhen zu erklimmen, denn vom Läuterungsberg geht es zum Paradies..." Rahner im Nachwort: "Ohne Mysterium muß alle Religion zur dürren Ratio erstarren." - "Seit sich das Abendland von der Hüterin des Mysteriums abgewandt hat, ist es an der Unfruchtbarkeit seiner bloßen Ratio gestorben. Am Leben bleiben werden nur die Völker, die sich aus dem Mutterschoß der Mysterien wiedergebären lassen." - "Platon, der größte der Griechen, hat das am schärfsten gesehen: daß die Seele nur heil wird am Göttlichen, weil sie gottentsprungen und gottessüchtig ist." - "Seitdem das Abendland der göttlichen Botschaft nicht mehr glaubend sich auftut, und seitdem der Mensch des bloßen Wissens und gesetzlosen Könnens nur mit sich selbst spricht, ist schwärendes Siechtum im Land der Seelen … Heilung ist nur gegeben im Glauben."

Das Selbstbewußtsein der katholischen Kirche beruht auch auf der über zwei Jahrtausende zurück reichenden Tradition des Wissens, dessen Ursprünge vom Gottessohn selbst stammen und das von den Aposteln und Kirchenvätern ausgelegt wurde. Die göttliche Wahrheit und die göttliche Weisheit haben sich niemals geändert, im Gegensatz zu den irdischen Wahrheiten und Weisheiten der Philosophie oder der Wissenschaft. Der Katechismus der katholischen Kirche bringt es bereits im ersten Satz der Einleitung auf den Punkt: "Der Herr hat seiner Kirche die Aufgabe anvertraut, das Glaubensgut zu hüten, und sie erfüllt diese Aufgabe zu allen Zeiten."

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Schweitzer, "Kultur und Ethik": "Wo religiöse Ethiker in einem gewaltigen Worte bis auf die fließenden Wasser der Tiefe kommen, hebt die philosophische Ethik manchmal nur eine flache Mulde aus, in der sich ein Tümpel bildet."

 

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