Die zehn größten Wunder der Weihnacht

Samstag, 22. Dezember 2012

Gottes Sohn kommt zur Welt. Engel erscheinen, drei Könige folgten einem geheimnisvollen Stern - doch es passierte noch viel mehr.

1 Das Wunder um Marias Kindheit

Auch die Gottesmutter Maria selbst kommt auf wundersame Weise zur Welt. Wichtigste Quelle ist das „Protevangelium des Jakobus“, ein nicht in die Bibel aufgenommener Bericht, der aber aus jener Zeit stammt. Der Priester Joachim und seine Ehefrau Anna müssen lange auf ein Kind warten. Schließlich geht der fromme Mann in die Wüste, um dort vierzig Tage lang zu fasten und zu beten. Da erscheint seiner Frau ein Engel und kündigt ihr den ersehnten Nachwuchs an. Maria ist ein Siebenmonatskind. Als Dreijährige wird sie in den Tempel gebracht, um dort erzogen zu werden. Dort empfängt sie heilige Nahrung aus der Hand eines Engels. Als sie zwölf Jahre alt ist, befiehlt ein Orakel, sie mit einem Witwer zu verheiraten. Als sich die in Frage kommenden Männer im Tempel versammeln, fliegt eine Taube aus dem Stab des Zimmermanns Joseph von Nazareth und setzt sich auf sein Haupt.

2 Das Wunder um Joseph den Zimmermann

Als sich Maria mit Joseph verlobt hat, erscheint ihr der Engel Gabriel und verkündigt ihr, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen sollte. Sechs Monate später entdeckt Joseph, dass seine Braut schwanger ist, und will sich in aller Stille von ihr trennen. Da erscheint Gabriel auch ihm und sagt ihm die Wahrheit. Auch das steht im „Protevangelium des Jakobus“; der legendäre Verfasser ist ein älterer Bruder Jesu aus der ersten Ehe seines Vaters. Neue Funde im Heiligen Land zeigen, dass Joseph kein schlichter Handwerker, sondern eher ein erfolgreicher Baumeister ist. Er schickt seinen Sohn später auf eine höhere Schule. Jesus spricht Aramäisch, Griechisch und Hebräisch. Ein in Jerusalem  entdecktes Familiengrab mit den Namen Jesus, Maria und Joseph zeigt, dass diese Namen damals sehr häufig waren.

3 Das Wunder um Jesu Geburt

Nach römischem Recht sind Frauen nicht voll geschäftsfähig. Da Maria geerbte Grundstücke in Bethlehem besitzt, muss sie dorthin reisen, um sich in die Steuerlisten eintragen zu lassen. Joseph bringt seine schwangere Frau auf einem Esel von Nazareth in das drei Tage entfernte Städtchen. Es ist nicht ihre erste Reise dorthin, und sie nächtigt auch nicht in einer Höhle, sondern in einem kleinen Häuschen auf ihrem Grundstück. Joseph findet eine Hebamme; sie heißt Zelomi, doch als sie kommt, ist Jesus bereits geboren. Die Zeit bleibt stehen, Schafe und Hirten erstarren, Vögel hängen am Himmel fest und die erschrockene Hebamme erkennt, dass die junge Mutter noch immer Jungfrau ist. Sie erzählt es einer anderen Hebamme mit Namen Salome. Diese geht mit ihr; der Finger, mit dem Salome ihre Zweifel bestätigen will, wird zur Strafe für ihren Unglauben von einem Feuer verzehrt, bis sie unter großen Schmerzen ihren Unglauben bereut. Ochs und Esel wärmen den Säugling mit ihrem Hauch, bis Joseph Feuer macht und Eier in der heißen Asche brät.

4 Die Wunder der Reliquien

Viele Gegenstände der heiligen Nacht sind bis heute erhalten, einige der wichtigsten sogar in Deutschland: Kaiser Karl der Große erwirbt das Unterkleid, das Maria bei der Geburt trug, für den Dom zu Aachen, wo es seither alle sieben Jahre Wallfahrern gezeigt wird. Pilger haben die Reliquie im Jahr 451 im Heiligen Land entdeckt und, nachdem sie viele Wunder bewirkte, nach Konstantinopel gebracht. Auf dem gleichen Weg kommt auch eine Windel Jesu in die alte Kaiserstadt. Der Kölner Dom hütet die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Im Mittelalter tragen Engel das Haus der Heiligen Familie aus Nazareth in die italienische Stadt Loreto, um es vor der Zerstörung durch die Mohammedaner zu bewahren. Zur Erinnerung an diese wundersame Luftreise schmückt ein Gnadenbild der Schwarzen Madonna von Loreto das erste Mondfahrzeug „Apollo 9“.

5 Das Wunder der schönen Wüstenkönigin

Das erste Weihnachtsfest wird erst im Jahr 354 gefeiert – bis dahin kennen die Christen ein großes gemeinsames Fest nur zu Ostern. Ein genaues Datum der Geburt Jesu gibt es nicht. Christliche Gelehrte legen sie auf den 25.Dezember, den Tag der Wintersonnenwende – auch aus politischen Gründen: Am 25.Dezember findet das höchste heidnische Fest jener Zeit statt. Kaiser Aurelian hat es im Jahr 274 nach seinem Sieg über Königin Zenobia von Palmyra in Syrien gestiftet und „Fest der „unbesiegbaren Sonne“ („Sol invictus“) genannt. Die schöne, stolze Zenobia herrschte über Syrien, Babylonien, Arabien, Ägypten und Teile der heutigen Türkei. Nach ihrer Niederlage wird sie als Gefangene in goldenen Ketten vor dem Triumphwagen des Kaisers durch Rom geschleppt. Ihr tiefer Fall führt auf wundersame Weise zum heute weltweit gültigen Datum für die Geburt des Erlösers von Krieg, Not und Tod.

6 Das Wunder der Hl. Drei Könige

Die Bibel nennt ihre Namen nicht, sagt auch weder, dass es drei, noch, dass sie Könige waren. Umso ausführlicher berichtet die Legende. Die Weisen kommen aus dem Orient, wo Könige oft zugleich Hohepriester sind und als Sterndeuter auffällige Himmelserscheinungen erklären. Sie heißen Kaspar (von Persisch „kansbar“ für "Schatzmeister"), Melchior (hebräisch "König des Lichts") und Balthasar (von Akkadisch Belsazar für "Bel erhalte den König"). Erst seit dem Mittelalter tritt der Jüngste, Kaspar, als Mohr auf. Das historische Vorbild für ihn stammt aber nicht aus Afrika, sondern aus Indien: Es ist Gondophares, König von Taxila beim heutigen Allahabad in Norden Pakistans. Die Geschenke der Weisen symbolisieren Jesu Würde und Mission: Gold für den König, Weihrauch für den Gottessohn und Myrrhe zur Einbalsamierung des Toten. Der wundersame Stern, der sie von Babylon nach Bethlehem führt, ist vermutlich ein auffälliges Zusammentreffen der Planeten Jupiter und Saturn am Westhimmel, vielleicht aber auch eine Supernova.

7 Das Wunder der Beschneidung

Nach der Bibel erkennt der fromme Simeon aus Jerusalem im Tempel als erster in Jesus den Messias. Nach der Legende ist er sogar Hohepriester und führt auch die vorgeschriebene Beschneidung durch. Im apokryphen (nicht in die Bibel aufgenommenen) Evangelium des Nikodemus berichten Simeons Söhne Carinas und Lucius später als Auferstandene, dass sie in der Unterwelt miterlebt hätten, wie Christus nach seinem Tod am Kreuz in das Reich des Todes hinabstieg und die Riegel der Hölle zerbrach, so dass alle Verstorbenen am Jüngsten Tag auferstehen können. Im Mittelalter verehrt die Kirche sogar ein "Sanctum präpudium" ("hl. Vorhaut") Jesu als wunderkräftige Reliquie. In unserer Zeit würde diese Art Frömmigkeit als geschmacklos, ja anstößig empfunden. Simeons Gebeine in Mailand sind bis heute Ziel vieler Wallfahrer.

8 Das Wunder des Kindermords zu Bethlehem

Die Sterndeuter reisen erst zu Herodes. Als er hört, dass sie einem neuen König huldigen wollten, trägt er ihnen auf, nach dem Besuch in Bethlehem Genaueres über die wundersame Geburt zu berichten. Als sie nicht wiederkehren, lässt er aus Angst um seinen Thron alle kleinen Kinder in Bethlehem umbringen. Nach der Legende sind es Tausende, in Wirklichkeit wohl rund zwanzig. Sie werden in den Himmel aufgenommen und gelten der Kirche später als die ersten Märtyrer; ihr Feiertag ist der 28.Dezember. Ein Engel warnt Joseph vor den Mördern, und er rettet Maria und Jesus nach Ägypten. Auf dem Weg beten Löwen und Leoparden Jesus an, Palmen lassen Quellen sprudeln und neigen die Wipfel mit ihren Früchten zu den Hungernden herab. Auch Elisabeth, die Mutter Johannes des Täufers und Cousine Marias, rettet ihren Sohn mit himmlischer Hilfe: Sie eilt ins Gebirge, wo sich eine Höhle öffnete und sie aufnimmt; ein Engel behütet sie.

9 Das Wunder des Kaisers

Kaiser Augustus erlässt den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen, und veranlasst damit auch Marias Reise nach Bethlehem, wo nach uralter Überlieferung der Messias geboren werden soll. Nach der Legende erfährt kurz darauf eine römische Seherin, die Sibylle von Tibur, von der Geburt des Gottessohnes: In einer Kammer des Kapitols zeigt sie dem Kaiser in einer Vision die Jungfrau mit dem Kind. Augustus errichtet Maria daraufhin einen Altar - an seiner Stelle steht heute die römische Kirche S. Maria in Aracoeli. Augustus herrscht von 30 v.Chr bis 14 n.Chr. Die frühen Christen ehren ihn als willigen Helfer in Gottes Heilsplan. Ins Glaubensbekenntnis aber wird später als einziger Römer der spätere judäische Statthalter Pontius Pilatus aufgenommen, der Jesus kreuzigen lässt.

10 Das Weihnachtswunder im Koran

Auch Muslims glauben an die wunderbare Geburt Jesu, er ist ja ihr größter Prophet nach Mohammed. Viel Weihnachtliches aus dem Koran klingt wie aus der Bibel. Aber: Ein Engel führt sie an einen einsamen Ort, „und Allah sandte einen Geist zu ihr, einen vollkommenen Mann“ - der haucht ihr von Allahs Geist ein. Maria gebiert ihren Sohn „gelehnt an den Stamm einer Palme“, von der frische Datteln fallen. Als sie mit dem Kind nach Hause kommt und sich Vorwürfe anhören muss, weil sie keinen Vater vorweisen kann, öffnet der Säugling plötzlich den Mund und verteidigt seine Mutter mit den Worten: „Ich bin ein Diener Allahs, gegeben hat er mir ein Buch und mich gemacht zum Propheten. Er hat mich gesegnet, und ich werde ein Segen sein, solange ich lebe für meine Muter und alle, die Liebe und Almosen bedürfen.“ Als Kind formt Jesus Vögel aus Ton, haucht sie an, und sie fliegen davon.

 

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