„Weihnachten ist zu groß für unser Gehirn“

Montag, 24. Dezember 2012

Joseph Conrad, "Lord Jim": "Die Gefahr hat, wenn man sie nicht selbst sieht, die fragwürdige Verschwommenheit menschlicher Gedanken." - "Das nennt ihr Deutschen Sparsamkeit. Mit dem Groschen rechnen und die Taler verschleudern." - "Ich bin bereit zu glauben, daß jeder von uns einen Schutzengel hat, wenn Sie, meine Freunde, mir zugeben, daß jeder von uns gleichermaßen seinen Hausteufel hat." - "Es gibt Zeiten, da ein Mann so tun muß, als wäre das Leben in jeder Gesellschaft gleich angenehm." - "Neugierde ist die offenkundigste aller Empfindungen." - "Zum Teufel mit Ideen! Sie sind Tagediebe, Vagabunden, die an die Hintertüre Ihres Geistes pochen, deren jede ein wenig von Ihrem Wesen fortträgt, ein Bröckchen jenes Glaubens an einige wenige Begriffe, an die Sie sich klammern müssen, wenn Sie anständig leben und einen guten Tod sterben wollen." - Über Weltreisende: "Alle waren so empfänglich für neue Eindrücke wie ihre Koffer oben in den Zimmern. Fortan würden sie das Etikett tragen, durch diesen oder jenen Ort gekommen zu sein, und so verhielt es sich auch mit ihrem Gepäck." - "Es ist meine Überzeugung, daß kein Mensch je die eignen Winkelzüge kennt, die er unternimmt, um den bitteren Schatten der Selbsterkenntnis zu entrinnen." - "Eine gewisse Bereitschaft zugrunde zu gehen, kommt nicht so selten vor, aber man trifft nur wenige Männer, deren Seele - gestählt durch den undurchdringlichen Panzer der Entschlossenheit - bereit ist, eine verlorene Schlacht bis zum Letzten auszukämpfen."

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Aus einer Predigt des Hamburger Pfarrers Johannes Pricker zu "Das Wort ist Fleisch geworden“ (Joh 1,14): „Gott ist Mensch geworden. Das gehört zu den aufregendsten Nachrichten, die jemals verbreitet wurden. Die Botschaft von Weihnachten ist so umwerfend, dass sie uns gar nicht in den Kopf will. Gerade darin liegt auch der Schlüssel, sie richtig zu erfassen. Weihnachten ist zu groß für unser Gehirn. Gottes Menschwerdung muss uns zu Herzen gehen. Dabei kann eine Weihnachtskarte helfen, auf der zu lesen ist: 'Den schönsten Liebesbrief der Weltgeschichte hat Gott selbst geschrieben.' Dieser Satz drückt auf einfache und zugleich tiefsinnige Weise das Weihnachtsgeheimnis aus."

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Sein Gewissen betrügen heißt Gott belügen.

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Charpentiers "Pastorale de Noel" beginnt als Versprechen ewigen Frieden, wird mit dem Sopran zu einer Hymne des Dankes und mit dem Tenor zur Huldigung des Herrn, bis alle Stimmen in der Freude über die Erlösung zusammenklingen. Unter dem barocken Jubel aber klagt auch ein gotischer Ton der Passion: Wie zum Leben der Tod, gehört zur Erlösung das Leid.

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Bischof Heinrich Janssen: „Weihnachten ist das Fest der Neuerschaffung des Menschen. Wir gehen in diesen Tagen etwas auf Distanz zum Alltag, um dieser Wirklichkeit näher zu kommen oder sie zumindest zu ahnen … Nach einer sachkundigen Schätzung erlebt in Deutschland nur noch jeder Zehnte das Weihnachtsfest bewusst. Allenfalls jeder Vierte oder Fünfte lässt sich im Lauf der Feiertage wenigstens für Augenblicke daran erinnern. Das stimmt mit der Erfahrung von Seelsorgern überein, dass die Glaubensgeschichte vieler Christen aus aneinandergereihten Kurzgeschichten besteht. Umso wichtiger ist es, dass wir Weihnachten so feiern, dass die Botschaft von der Würde des Menschen lebendig bleibt.“

 

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