„Das Navi ist der erste Schritt zum betreuten Wohnen“

Freitag, 28. Dezember 2012

Sendung von Donnerstag, 27.Dezember 2012

In „Tagesthemen“ sagt ARD-Kommentator Stefan Niemann zum US-Parteienstreit um die Fiskalklippe (Auszüge): „Was für eine peinliche Posse um die Haushaltskrise! Da eilt der Präsident aus dem Hawaii-Urlaub in die Hauptstadt zurück und ist buchstäblich allein zu Hause. Amerikas Abgeordnete sind gar nicht da, um über Lösungsvorschläge zu verhandeln. Weihnachtsurlaub statt Washington. Unfassbar, vier Tage vor Fiskalklippe und schuldenbedingter Ausgabensperre … Obama will sein Wahlversprechen halten und Amerikas Reichen mehr Steuern abknöpfen. Der Mann im Weißen Haus gibt den Prinzipientreuen. Doch im Recht wähnen sich auch die Haushaltsfundamentalisten der Republikaner. Viele von ihnen haben schriftlich versprochen, niemals Steuern zu erhöhen … Gnadenlos nehmen Amerikas Erzkonservative so die Mittelschicht in Geiselhaft, riskieren eine Rezession, verunsichern die Weltmärkte und ruinieren den Ruf der Supermacht. Die Kritik mancher US-Politiker an Europas Umgang mit der Schuldenkrise war oft hochmütig. Heute wirkt Washingtons politische Klasse kleinlaut.“

Wieso „kleinlaut“? Das sind doch eher starke Töne! Und die Kritik an Europas, sprich: Angela Merkels Politik in der Eurokrise kam vor allem von den Gefolgsleuten Obamas, der für seine Wahlgeschenke Schulden über die gesetzliche Grenze hinaus machen und dafür mal wieder an der Steuerschraube drehen will. Doch Sparsamkeit, wie sie Obamas Gegner fordern, stieß bei der zwangsgebührenfinanzierten ARD noch nie auf Sympathie. James Freeman Clarke (1810-1888): „Der Politiker denkt an die nächste Wahl, der Staatsmann an die nächste Generation.“

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Märchen des Monats

In „Stratmanns Weihnachten“ sagt WDR-Komödiantin Carmela de Feo (Auszüge): „Am Anfang der Schöpfung gab es so etwas wie Sterblichkeit nicht. Erst als dem lieben Gott die Schöpfung zu voll wurde, hat er sich den Tod ausgedacht: 30 Jahre für alle, das muss reichen! Da fing die Maulerei an. Selbst die Tiere haben sich beschwert. Der Esel rief: 30 Jahre, das schaffe ich doch überhaupt nicht, das ist viel zu viel! Der Hund jaulte: 30 Jahre – sollen wir da nicht erst mal drüber diskutieren? Der Affe fiel vor Entrüstung von der Brüstung. Als jetzt auch noch der Mensch kam und meinte, 30 Jahre seien für ihn viel zu wenig, da hat der liebe Gott kurzen Prozess mit der Schöpfung gemacht. Er ging zu den Tiere, nahm ihnen Lebenszeit, dem Esel 15 Jahre, dem Hund 15 Jahre, dem Affen zehn, und schnallte die überschüssige Lebenszeit dem Menschen auf den Buckel mit den Worten: Sieh zu, dass du glücklich wirst! So kommt es, dass der Mensch im Durchschnitt 70 Jahre alt wird. 30 Jahre mit Lebensfreude, gute Laune! Dann kommen die 15 Jahre vom Esel: Nur Arbeit und Plackerei. Dann kommen die 15 Jahre vom Hund, da wirst du zahnlos, hast Rücken und Knie. Und wenn du denkst, schlimmer kann es nicht kommen, da wirst du plötzlich seltsam weich in der Birne, alle lachen dich aus, deine Kinder kommen nur noch, um Kohle zu kassieren, und wenn an deinem Geburtstag deine Kinder deine Sachen aus deiner Wohnung holen, mit den Worten ‚Das brauchst du eh nicht mehr‘, dann weißt du, deine Affenjahre haben begonnen!“

Morgenstern: „Jede Schöpfung ist ein Wagnis.“

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TV-SPRÜCHE

„Ein Navi im Auto ist der erste Schritt zum betreuten Wohnen.“

„Die Benutzung eines Navi ist der Moment, wo man anfängt, seine Persönlichkeitsrechte an Maschinen abzutreten.“

„In hundert Jahren wird es Leute geben, die Postboten wie Götter anbeten, nur weil die bei ein paar tausend Adressen von alleine wissen, wo sie hinmüssen!“

„Das Navi sagt mir, wo ich hinfahren soll. Meine Frau sagt mir, was ich anziehen soll. Mein Chef sagt mir, was ich arbeiten soll. Und wenn ich dann in der Kantine gefragt werde, Kohlroulade oder Schnitzel, dann fange ich an zu stottern: Zu viele Entscheidungen auf einmal!“

„Frauen haben auch die bessere Orientierung. Sie können besser gehen. Und als das die Männer gemerkt haben, haben sie den Stöckelschuh erfunden!“

„Rollatoren – das ist Nordic Walking für Faule!“

„Ich schwitze! Alles, was mein Vater gesoffen hat, kommt bei mir wieder raus…“

„Wir sind orientierungslos geworden. Sie müssen nur mal auf einen Platz gehen, wo die Menschen keinen Zugriff auf ihr Navi haben: In die Fußgängerzone. Die Leute kaufen ganz schnell, dann bleiben sie stehen, machen einen Schritt nach rechts, drehen sich um - Das ist wie Cruise missiles mit gestörter Bordelektronik!“

„Die Berliner haben eine ganz eigene Vorstellung von Humor. Das musste ich auch erst lernen. Ganz am Anfang hatte ich einen Auftritt auf Rügen. Ich war zu spät, renne so über den Berliner Hauptbahnhof, springe in den Zug, bin mir nicht sicher, ist es der richtige Zug, und rufe dem Schaffner im Vorbeispringen zu: ‚Hält dieser Zug auf Rügen?‘ Worauf er zurückbrüllt: ‚Wenn nicht, gibt’s ‘n Riesenplatscher!“

Philip Simon in „Nightwash“ (WDR)

„Wir waren auf Verdauungstournee: Erst Essen, dann Darmstadt und dann Pforzheim!“

„Bald kommt Fernsehen in 3D, da hast du auf einmal fremde Titten auf dem Tisch liegen!“

Kay Ray in „Nightwash“ (WDR)

“Wir Asiaten sollen ja keinen Alkohol vertrragen. Angeblich fehlt uns da so ein Enzym. Ich bin die große Ausnahme. Ich stecke so einiges weg: Fünf Mon cheri – kein Problem!“

Il-Young Kim in „Nightwash“ (WDR)

“Was ist das los, Mädels? Römersandalen, Mokassins, Ballerinas, Robin-Hood-Stiefel – bei euch ist unten rum das ganze Jahr Karneval!”

David Werker in „Nightwash“ (WDR)

 

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