Wie das Ypsilon nach Bayern kam

Samstag, 29. Dezember 2012

Das Jahr 2012 war auch ein Jahr alter Rechnungen zwischen Griechen und Deutschen: In der Euro-Krise kamen böse Erinnerungen an die Verbrechen der Nazis wieder hoch. Dabei ist die Geschichte der beiden Völker sehr viel länger von Freundschaft und Hilfsbereitschaft geprägt. Die wichtigsten Daten:

1821 Deutsche Intellektuelle unterstützen die Hellenen in ihrem Freiheitskampf gegen die Osmanen. Ein Stuttgarter Professor verfasst einen „Aufruf an die deutschen Mitbürger zur Bildung von Hülfsvereinen für Griechenland“. Begeisterte junge Deutsche lernen Neugriechisch und organisieren Hilfsexpeditionen. Münchner Universitätsgelehrte gründen eine „Philhellenische Gesellschaft“ zum Kampf gegen die Türken.

1822 Gründung der „Deutschen Legion“. König Ludwig I. von Bayern unterstützt sie mit sehr viel Geld. Deutsche Freiwillige reisen in neun Schiffsexpeditionen nach Griechenland und schließen sich den griechischen Revolutionstruppen an.

1823 Die Deutschen stellen das größte ausländische Kontingent im griechischen Freiheitskampf. Die Philhellenen schicken auch Ärzte ins Kampfgebiet.

1824 Berühmte Philhellenen sind Goethe, Schiller, Hölderlin und Wilhelm von Humboldt.

1825 Ludwig I. verfügt zum Zeichen seiner Freundschaft mit den bedrängten Griechen die Umbenennung Baierns durch das griechischen Ypsilon in „Bayern“. Der Münchner Historiker Fallmerayer behauptet zum Unwillen der Philhellenen, die heutigen Griechen seien gar keine Nachfahren von Plato oder Aristoteles, sondern von erst nach der Völkerwanderung eingewanderten slawischen Stämmen, und wird prompt gefeuert.

1832 Nach der Befreiung Griechenlands wird der Bayernprinz Otto, Sohn Ludwigs I., als Otto I. erster griechischer König. Seither ist die griechische Kunst, Kultur und Philosophie fester Bestandteil deutscher Bildungspläne. Heute sind die Griechen in Deutschland mit über 280.000 Zuwanderern die größte Migrantengemeinde nach Türken, Italienern und Polen. Von diesen Mitbürgern war zur Zeit der Merkel-Hatz in Athen leider wenig zu hören.

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