Sehnsucht nach Franz Josef Strauß

Sonntag, 30. Dezember 2012

Sendungen von Samstag, 29.Dezember 2012

In „Tagesthemen“ sagen

ARD-Moderator Tom Buhrow: „In einem Landkreis nördlich von New York griff eine Zeitung nun zu einem drastischen Mittel: Zwangsouting für Waffenbesitzer!“

ARD-Reporterin Nicole Husmann: „Westchester County. Eine Vorstadt-Idylle, aber hier gibt es auch jede Menge Waffenbesitzer. Das hat eine Lokalzeitung aufgedeckt. Im Netz veröffentlicht sie eine interaktive Karte, auf der jeder rote Punkt für eine Person mit Waffenschein steht – mit Name und Adresse. Einer von ihnen ist Mike Timlin. Er hat einen Waffenladen und ist verärgert.“

Timlin: „Kriminelle wissen jetzt, wo ich und meine Familie leben. Sie könnten uns überfallen, um an meine Waffen zu kommen. Und umgekehrt ist es auch doof: Die, die nicht auf der Liste sind, könnten überfallen werden, weil man weiß, dass sie keine Waffe haben.“

Husmann: „Die Diskussion ums Waffenrecht spaltet Amerika – und sie sorgt dafür, dass Mike jetzt noch mehr Waffen verkauft als sonst.“

Buhrow: „Und ein konservativer Blogger rächte sich inzwischen an der Zeitung und veröffentlichte seinerseits Namen, Telefonnummern und Adressen der gesamten Redaktion im Internet.“

Katja Ebstein: „Im Leben, im Leben, geht mancher Schuss daneben…“

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In „Tilt! Der etwas andere Jahresrückblick“ zitiert 3sat-Kabarettist Urban Priol Kommentare aus der Tagespresse und bewertet anschließend die Autoren. Kostproben:

„Welt“-Kommentator Ulf Poschardt nach der französischen Präsidentenwahl: „Hollande verkörpert den giftigen Geist des Gerechtigkeitsterrors auf eine neue, aufgeräumte Art.“

Priol dazu: „Poschardt, vielleicht täten dir mal ein paar Wochen in den Banlieus von Marseille ganz gut, dann kärcherst du vielleicht deine neoliberalen Der-Markt-regelt-alles-Gedanken von ganz allein aus deinem in Spurenelementen vorhandenen Resthirn!“

Poschardt über Michael Schumachers Abschied: „Mit Schumi verliert Deutschland, verliert die Formel 1 ein Ideal an Mut, an Fleiß und Demut.“

Priol dazu: „Und Schumi, der alte Steuerflüchtling, hockt demütig am Genfer See und lacht sich kaputt über so viel Blödheit!“

„Welt“-Kommentatorin Andrea Seibel über den Steuerstreit mit der Schweiz: „…eignet sich wunderbar für Neid- und Gerechtigkeitskampagnen, die in Deutschland immer auf erstaunlich fruchtbaren Boden fallen.“

Priol dazu: „Auch Frauen können blöd sein!“

Ist das noch Satire oder nicht doch einfach nur platte Medienschelte? Stanislaw Jerzy Lec: „Auch geistige Kastraten machen sich mit schriller Stimme bemerkbar.“

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In derselben Sendung sagt Priol zur Euro-Krise (Auszüge): „Wenn ich eins nicht mehr hören kann, ist es dieses Gewimmer, dieses ständige ‚Wir müssen aufpassen, dass wir die Märkte nicht erschrecken. Die Märkte erwarten von Europa ein klares Signal…‘ Warum kuscht die Politik so vor den Märkten? Weil wir keine Politiker von Format mehr haben! Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Franz-Josef Strauß mal in den Zeugenstand bemühen muss, aber kann man sich bei dem vorstellen, der wäre irgendwann gekommen: ‚Wir müssen die Worte sehr genau wägen, damit wir die Märkte nicht weiter verunsichern…‘ Der wäre gekommen und hätte gesagt: ‚Wer sind denn die Märkte? Was wollen denn die Märkte! Der Markt hat eine dienende Funktion, und zwar mir gegenüber!‘ Und dann wäre Ruhe gewesen!“

Euphorischer Beifall im Publikum. Deutsches Sprichwort: „Etwas Gutes zu lernen ist es nie zu spät.“

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TV-SPRÜCHE

„Als Usama bin Laden vor zehn Jahren ankündigte, er wolle jetzt die Schläfer aufwecken – was meinen Sie, was da im Finanzamt für eine Panik ausbrach!“

‚Finanzamt‘ klingt verstaubt, wir brauchen einen modernen Begriff: ‚Cash Agency‘!“

„Der Point of Sale beim Finanzamt ist die Steuererklärung – oder wie wir jetzt korrekterweise sagen werden: ‚Science Fiction Document‘!“

„Um eine größere Kundennähe herzustellen, haben wir beim Finanzamt ein ‚Angewandtes Rahmenmodell für den Support von Consumer Happiness‘ entwickelt, abgekürzt ‚ARSCH‘!“

„Wenn es Ärger gibt mit der Elektronischen Steuererklärung, abgekürzt ELSTER, und der handgemachten Steuererklärung, abgekürzt HAMSTER, haben wir einen Finanz-Optimierungs-Lehrgang zum Trainieren Erfolgreicher Repressalien – abgekürzt FOLTER!“

„Was sind die Core Values, die Kernwerte beim Finanzamt? Simulation, Müdigkeit, Idiotie, Lustlosigkeit, Erschöpfung abgekürzt SMILE!“

Chin Meyer in „kabarett.com“ (SWR)

„Bei uns sind Straßenräuber selten, und wenn, dann harmlos: Lassen einen nur ins Röhrchen blasen…”

Dieter Nuhr in „Nuhr die Ruhe“ (RTL)

 

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