„Erhaben und großartig betrunken“

Sonntag, 30. Dezember 2012

Thomas Wolfe, „Schau heimwärts, Engel“: „Er war auf der Stelle betrunken, und auf der Stelle wusste er, warum Menschen trinken … In der ganzen Welt gab es seinesgleichen nicht mehr, gab es keinen zweiten Menschen, der so dafür geschaffen war, erhaben und großartig betrunken zu sein. Betrunkensein war größer als alle Musik, die er gehört hatte, es war so groß wie die größte Dichtung. Warum hatte man ihm das nie gesagt? Warum hatte niemand entsprechend darüber geschrieben? Warum, wenn es möglich war, sich einen Gott in der Flasche zu kaufen, ihn zu trinken und dadurch selber ein Gott zu werden, waren die Menschen nicht immer betrunken? Er erlebte den Augenblick des großen, herrlichen Wunders, in dem wir einfache, ungesagte, begrabne Dinge in uns entdecken. Tatbestände, die bewusst, aber unausgesprochen in uns liegen. So mag sich ein Mensch vorkommen, der nach dem Tode im Jenseits erwacht und um sich den Himmel erkennt.“

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Silvesterlicher Doppelsinn: Wir zeigen dem Alkohol die Zähne – heute Abend so, ab Morgen so.

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Die „Laxenburger Polka“ schenkt frischen Schwung. Sie entstand 1858, als Kaiserin Elisabeth in dem romantischen Wasserschloss bei Wien auf die Geburt ihres dritten Kindes, des späteren Thronfolgers Rudolf, wartet. Ein Chronist: „Die Wiener Bevölkerung und die Presse stürmten geradezu das Schloss, dessen weitläufiger Park die scheue Monarchin vor den allzu neugierigen Augen verbarg.“ Komponist Joseph Strauß war eigentlich Baumeister und Ingenieur, gehorchte aber der musikalischen Familienraison. Sein viel berühmterer Bruder Johann Strauß Sohn sagte über ihn sogar: „Der Pepi ist der begabtere von uns beiden, ich bin bloß der populärere.“

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Hebbel: „Der Name ist heutzutage so nur das Einzige, welches die Menschen am Teufel nicht mögen.“

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Wilhelm Busch, „Zu Neujahr“:

 „Will das Glück nach seinem Sinn

 dir was Gutes schenken,

 sage dank und nimm es hin

 ohne viel Bedenken.

 Jede Gabe sei begrüßt,

 doch vor allen Dingen

 Das, worum du dich bemühst

 möge dir gelingen.“

 

Allen Nyaryum-Lesern ein glückliches neues Jahr!


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