„Unser pastoraler Hustinettenbär“

Dienstag, 1. Januar 2013

Sendungen von Montag, 31.Dezember 2012

In „Die Mathias Richling Silvester Show“ sagt SWR-Kabarettist Mathias Richling als Stuttgarter Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Sie wissen, ich bin gewählt worden, damit man den Bahnhof Stuttgart 21 nicht baut, und jetzt muss ich es aber tun. Nun ist das halt Demokratie. Das finden Sie bei Hannah Ahrendt, die sagt: Demokratie ist, man kann nix ändern, man kann nur darüber schwätzen. Auch Jeremia und Kant waren sich übrigens in langen Diskussionsrunden einig, dass Demokratie nie Mehrheitswille ist, sondern nur das Recht der Mehrheit, länger zu reden über das, was eine kleine Gruppe unter dem Vorwand, die Mehrheit zu vertreten, ausgekungelt hat. Demokratie ist nur das Recht, Empörung zu formulieren über die Lügen derer, die die Macht haben, und das ist meistens nicht die Regierung. Ich weiß, es ist deprimierend, aber es ist halt die Ironie der Politik, wo wir lernen müssen, dass die Gegner großer politischer Projekte wie Stuttgart 21 nur dann selbst regieren können, wenn sie diese Projekte selbst umsetzen. Das mag Ihnen opportunistisch vorkommen, ist aber in Wahrheit große, hohe Dialektik, weil: Die Thesen eigener Ideale heben sich in den Antithesen des eigenen Regierens gegenseitig auf.“

Rudolf Rolfs: „Politik ist das Bemühen, den eigenen Vorteil zum Interesse aller zu machen.“

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In „Daniela Katzenberger – Mein 2012“ sagt „Vox“-Star Daniela Katzenberger (Auszüge)

zur RTL-Sendung „Dschungelcamp“: „Ich gucke gerne zu, was man aus Kakerlaken und Reis so alles machen kann. Das fing ja so vor zwei Jahren an, dass spekuliert wurde, wann ich denn ins Dschungelcamp ginge. Nee – da muss ich ja ohne Schminke rumlaufen, und in so’n Erdloch kackern und pullern, das wäre nix für mich.“

Über ihre Heimatstadt: „Vielleicht kann ich euch ja überzeugen, dass Ludwigshafen auch schöne Seiten hat. Vor genau 18 Jahren stand ich schon mal in diesem Tunnel, und habe meinen ersten Kuss bekommen. Ich war acht Jahre alt, es war eiskalt draußen, und ich hatte eine Rotznase. Und da hat der Typ mich geküsst, und da hat sich das dann so gezogen, und das sah aus wie bei ‚Susi und Strolch’ mit den Spaghetti.“

Über einen Stuntman mit Glatze und Tattoo: „Wenn ich solche Männer sehe, da könnte ich mir eine Trompete in den Arsch stecken und Orchester spielen.“

Nach dem Dreh: „Der ist schon nett, aber wie soll ich das jetzt machen, wenn er mich nicht nach meiner Handynummer fragt? Er ist doch der Mann, er hat doch die Klöten!“

Shirley MacLaine: „Das Fernsehen sorgt dafür, dass man in seinem Wohnzimmer von Leuten unterhalten wird, die man nie zu sich einladen würde.“

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In „Ottfried Fischer live!“ sagt BR-Kabarettist Ottfried Fischer: „Der Mensch ist mobil seit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Haha, Paradies! Das muss eine reichlich fade Angelegenheit gewesen sein. Man muss sich das ein bisschen vorstellen wie die fünf neuen Bundesländer. Da hauen sie auch alle ab – noch schlimmer als zu DDR-Zeiten!“

Der Kabarettist wollte damit wohl ausdrücken, dass diese Länder heute noch weniger attraktiver seien als zu Zeiten des Kommunismus. Aber sind damals nicht vor allem deshalb weniger Menschen in den Westen gegangen als heute, weil es damals Mauer und Todesstreifen gab? Stanislaw Jerzy Lec: „Die Geschichte lehrt, wie man sie fälscht.“

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Schimpfkanonade des Jahres

In „Tilt! Der etwas andere Jahresrückblick“ sagt 3sat-Kabarettist Urban Priol

über die Bundeskanzlerin: „Eine Pastorentochter versemmelt unsere Zukunft … von wegen ‚Merkel ist die Patin‘! Sie ist der abnickende Wackeldackel vieler Paten!“

Über den Bundespräsidenten: „Steht so da und schwurbelt … unser präsidialer Aufrüttler … Der Mann, der stellvertretend für uns die Freiheit atmet … die neue pastorale Obernummereins gauckt uns die letzte Ölung … Pfaffengeschwätz … unser pastoraler Hustinettenbär.“

Über den Papst: „Ist 85 geworden, die bayerischen Gebirgsschützen waren da, ein Glück, dass sie nicht angelegt haben … Vatileaks, also im Vatikan leckt‘s. Da sind viele inkontinent, aber bei den meisten ist es ja Aufnahmebedingung. Schwarzgeldaffären und Korruption, Querverbindungen zur Mafia, also mit der Tochterfirma.“

Deutsches Sprichwort: „Dem Wind und dem Narren muss man ihren Lauf lassen.“

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TV-SPRÜCHE

„Meine Frau legt sich abends immer schon ein paar Stunden früher hin, damit sie schon in der Tiefschlafphase ist, bevor ich mit dem Schnarchen anfange!“

Uwe Lyko als „Herbert Knebel“ in „Stratmanns – Jupps Kneipentheater im Pott“ (WDR)

„Die Frau vom Udo ist mit Botox regelrecht kontaminiert. Wenn die mal zur Verbrennung im Krematorium endet, müssen die wegen der Giftwolke die Gegend evakuieren. Wenn die dann abregnet, zieht’s auf den Dächern das Wellblech glatt!“

„Meine Kumpel haben sich zu meinem Geburtstag wieder was Besonderes einfallen lassen: eine Stripperin. Ein Supergag! Je mehr du sagst, du willst so was nicht, umso mehr kannst du damit rechnen. An meinem 20. Geburtstag ist es losgegangen: eine Stripperin. Dann an jeden Geburtstag eine Stripperin. Wohlgemerkt: immer die gleiche!“

Bernd Regenauer in „Stratmanns – Jupps Kneipentheater im Pott“ (WDR)

„Heute kann jedes Gerümpel Kunst sein, und jeder Sperrmülltermin eine Vernissage!“

Jürgen Becker in „Der Künstler ist anwesend“ (WDR)

„Ich habe jetzt eine SMS von meinem Kumpel gekriegt, da stand drin: Sag mal, wollen wir nicht wieder mal telefonieren? Das tippt der in sein Telefon!“

Sebastian Pufpaff in „Die beliebtesten Kabarettisten der Nordrhein-Westfalen“ (WDR)

„Messdiener ist in der Kirche ungefähr dass, was bei ‚Derrick‘ der Harry ist!“

„Wissen Sie, was sie in Köln nach der U-Bahn-Katastrophe gesucht haben? Einen Verantwortlichen! In Köln! Das ist genauso wie auf der Prunksitzung jemand zu suchen, der Clausthaler trinkt!“

„Mein Großvater war schon Selbstmordattentäter, mein Vater war Selbstmordattentäter, und ich habe den Betrieb übernommen!“

„Wissen Sie, wie viel Arbeit das macht, eine Wahl zu fälschen? Sie Trantüte füllen ja immer nur einen Wahlzettel aus – Putins Leute haben Tausende ausgefüllt!“

Christian Ehring in „Die beliebtesten Kabarettisten der Nordrhein-Westfalen“ (WDR)

„Tag und Nacht dieses Zirpen, dieses Zirpen! Das sind keine Grillen, nein – das sind Zweijährige, die üben Geige!“

Ingolf Lück in „SWRlatenight“

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TV-Witze

Bei meiner Musterung sagte der Oberstabsarzt zu mir: „Krüger, jetzt geht es darum, ob sie zur Marine kommen, um Heer oder zur Luftwaffe. Stellen Sie sich mal vor, Sie haben eine Badewanne voll Wasser, einen Eimer, eine Kaffeetasse und einen Teelöffel.“ Ich sage: „Ah, und der intelligente Soldaten nimmt natürlich den Eimer, damit die Wanne schneller leer wird!“ Sagt er: „Nein, der intelligente Soldat zieht den Stöpsel – Sie kommen zum  Heer!“

Mike Krüger in „SWRlatenight“

Treffen sich zwei Hunde. Sagt er eine: „Ich bin von Adel, ich heiße Hasso von Herrenhausen!“ Sagt der andere: „Ich bin auch von Adel: Ich heiße Runter vom Sofa!“

„Wohin darf es heute gehen, Herr Baron?“ fragt der Chauffeur. Daraufhin der Baron: „Ich möchte mich umbringen, James. Bitte fahren Sie mich gegen einen Baum!“

„Ich muss leider Ihren Führerschein einziehen, Herr Baron“, sagt der Polizist, „Sie haben zuviel blaues Blut!“

Der Graf zur Gräfin: „Schatz, wir sind pleite. Lerne ordentlich kochen, dann entlassen wir den Koch.“ Die Gräfin: „Lerne du ordentlich Sex, dann entlassen wir den Chauffeur!“

Carlo von Tiedemann in „Witze von A-Z“ (NDR)

„James, was denken Sie: Ist Sex Arbeit oder Vergnügen?“ – „Eure Lordschaft, zweifellos ein Vergnügen – wenn es Arbeit wäre, müsste ich es ja machen!“

Horst Schroth in „Witze von A-Z“ (NDR)

 

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