Gangsterballade

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Kapitel 71: Der Einmarsch der Preußen

Freitag, 15. März 2013
Mit dem Erzählen ist es wie mit dem Stricken: Wenn man nicht aufpasst, stolpert man über den Faden, die Maschen gleiten ab und man muss noch mal von vorn anfangen. Deshalb nun mal ganz langsam und schön der Reihe nach. Als die Wachsoldaten in den Hof des Arrestblocks stürmen, sind zwei der Fememörder bereits tot. Onkel Johnny und Kowalski haben ihnen die Messer entrissen. Die anderen drei, daru... weiter lesen

Kapitel 70: Vor dem Militärgericht

Dienstag, 12. März 2013
Fast zur gleichen Zeit tagte ein paar Kilometer weiter westlich ein Gericht, das in der Form zivilisierter, im Resultat aber kaum weniger gnadenlos urteilte. Die Victoria-Kaserne in Altona trug die Glorie des Sieges über Frankreich im Namen und vermählte die Backsteinbögen preußischer Baukonvention mit den zinnenbekrönten Türmen mittelalterlicher Burgenromantik zu einer Verbindung, die überholt... weiter lesen

Kapitel 69: Tod im Gaswerk

Freitag, 8. März 2013
Die Gasfabrik lag auf dem Strandkai als das bei Beschreibungen alter Industrieanlagen immer gern herangezogene Ungeheuer der Urzeit: Spitze Dächer, Giebel und Türme waren sein Schuppenpanzer, hohe runde Stahlbehälter seine Saurierfüße, und der himmelhohe Schornstein sein Drachenhals, mit einem Kopf, dessen Nüstern Rauch und Feuer spieen. In einer weiten, düsteren Halle schaufelten schwarze Männ... weiter lesen

Kapitel 68: Im Rathaus

Sonntag, 3. März 2013
Am Nachmittag wanderten mal wieder graue Wolken wie ein endloser Zug wasserschwangerer Elefanten über den niedrigen Himmel. Hamburg liegt im Mündungstrichter der Elbe wie an einer riesigen Nase. Niest die Nordsee nassen Westwind hinein, trieft die ganze Stadt wie ein begossener Pudel. Der Wind sauste und zauste, der Regen nahm der Luft die Wärme, den Häusern die Farbe und den Menschen die Fröhl... weiter lesen

67: Ein Psychiater aus Wien

Donnerstag, 28. Februar 2013
Neben dem „Hamburger Hof“ stand das „Streits“, das früher „Der römische Kaiser“ hieß, seine Fassade aber trotz des Namens weitaus unaufdringlicher inszenierte als die neugroßdeutsche Konkurrenz, anderes auch gar nicht nötig hatte, denn vor seinen Fenstern hatten die Hamburger Turnerschaft von 1816 und die Hamburger Liedertafel von 1823 zum ersten Mal Hoffmann von Fallerslebens Deutschlandlied g... weiter lesen

Kapitel 66: In der Börse

Dienstag, 26. Februar 2013
Lida wunderte sich, dass ihre Entourage nicht erschien. Sie vermutete uns im „Tritonia“-Schnarchnirwana und schickte einen Pagen los, aber Nell wusste auch nichts, kam allerdings klugerweise gleich mit und schaffte es gerade noch, meine schnieke Dienstmädchen- und Zofentracht anzulegen, ehe der schurkische Averdar mit seinem Neffen angesegelt kam. Lida trug wieder ihr bodenlanges Großfürstinnen... weiter lesen
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