Gangsterballade

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Kapitel 59: Der Schuss im Bahnhof

Sonntag, 3. Februar 2013
Eine Stunde später traten Jack und Willy in die Remise der Bande. Sie lag am Galgenhof, einem achtstöckigen, krummen Fachwerkungeheuer mit buckligen Ziegelmauern und schiefen Fledermausdächern am hintersten Wandrahmsfleet. Die Galgen waren Winden, und die Seile nicht für Menschen, sondern für Kaffeesäcke oder Teeballen bestimmt, doch in dem halb verfallenen Speicher stapelten schon lange keine ... weiter lesen

Kapitel 58: Ein korrupter Beamter

Mittwoch, 30. Januar 2013
Seit jeher lockte der Alsterpavillon Müßiggänger und Wichtigtuer, kleine Geschäftemacher und große Gauner, echte Hochstapler und falsche Kavaliere an. Sie lauerten unter den Kunstpalmen wie Ameisenlöwen, immer begierig, sich mit Charme, Tricks und falschen Versprechungen ein Opfer aus der endlosen Kolonne der Geschäftigen zu packen, die von früh bis spät über den Jungfernstieg krabbelte. Gustav... weiter lesen

Kapitel 57: Der Viaschmahandel

Freitag, 25. Januar 2013
Die Frau, der Jack solch ehrendes Gedenken widmete, machte sich um diese Stunde daran, das Kompliment aufs Glänzendste zu bestätigen, und zum Objekt ihrer diesbezüglichen Bemühungen war niemands anders als der Schurkenkonsul Averdar erkoren. Als der Handelsherr und Großspekulant in Frack und Zylinder das marmorgetäfelte Foyer des Hamburger Hofs betrat, ließ ihm die Erwartung großer Geschäfte ge... weiter lesen

Kapitel 56: Der Parlamentär

Montag, 21. Januar 2013
Als sich der Große Brand des Jahres 1842 drei Tage lang durch die Stadt fraß und dabei das Rathaus, die Bank und zwei Hauptkirchen in Schutt und Asche legte, blieb das wichtigste Gebäude durch außergewöhnlichen Bürgereifer erhalten, und das war die Börse. Auch sie lag nicht weit vom Rödingsmarkt entfernt, auch an ihr war Felgenhauers Pöbelhaufen vorübergezogen, doch unter den klassizistischen F... weiter lesen

Kapitel 55: Das Pogrom

Mittwoch, 16. Januar 2013
Professor Minkus hatte den halben Vormittag vergeblich auf die beiden Arbeiter gewartet, die er für seine Suche nach dem protogermanischen Tempel unter der Bastion Hieronymus angeheuert hatte. Stattdessen erschien plötzlich Constabler Godfroy mit einem Beamten, der sich als Gustav Schulte, Beamter der Baudeputation, auswies. Es tue ihm leid, aber er müsse alle weiteren Grabungen untersagen. Der... weiter lesen

Kapitel 54: Im Rathaus

Samstag, 12. Januar 2013
Das Waisenhaus stand damals schon seit hundert Jahren an der Admiralitätsstraße, doch die Leute unter dem frommen Turmkreuz waren absolut keine Waisenknaben, sondern ausgekochte Politiker und gefinkelte Geschäftemacher. Denn nachdem das Alte Rathaus im Großen Brand von 1842 untergegangen war, hatten unsere Stadtväter die elternlosen Kinder kurzerhand ausquartiert, und in dem einstigen Refugium ... weiter lesen
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