"Die Frau von Geist ist ein gerissener Teufel"

Samstag, 20. April 2013

Moliéres "Die Schule der Frauen" als Aufzeichnung einer Aufführung in Mainz 1972. Am besten gefallen

Chrysalde: "Wer die andern verlacht, wird oft am Ende selbst verlacht." - "Leicht holt der Spott den Spötter selber ein."

Arnolphe: "Doch ein gescheites Weib verheißt nichts Gutes."

Horace: "Erst Geld setzt alle Hebel in Bewegung."

Arnolphe: "Man sucht oft mehr, als man zu finden wünscht." - "Den Frauen ist die Fügsamkeit bestimmt, die Allgewalt steht nur den Bärten zu."

Agnès (liest):

  "Aus den zügellosen Kreisen,

  Die sich Frauenkränzchen preisen,

  Droht Verderb der guten Sitten.

  Deshalb muss man sie verbieten.

  Denn dort wird nur konspiriert,

  Wie man Gatten ruiniert."

Arnolphe: "Die Frau von Geist ist ein gerissener Teufel." - "Davon sind die Franzosen nicht zu heilen: Kaum ist das Schicksal ihnen gut gesonnen, plagt sie der Drang, sich laut damit zu brüsten."

Horace: "Wahrhaft, die Liebe ist ein großer Meister, was wir nie waren, lehrt sie uns zu sein." - "Wenn man auch hundertmal das Glück genießt, zufrieden ist man erst, wenn's jemand weiß."

Die Komödie wurde 1662 in Paris uraufgeführt und hält sich nun schon seit über 450 Jahren auf Spielplänen in aller Welt.

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Die politische Haltung eines Menschen ist die Spitze einer Pyramide aus den Erlebnissen, Erfahrungen, Erkenntnissen und Empfindungen seines Lebens. Sie wächst unablässig, und ihre Struktur ändert sich. Wer seine politische Meinung leicht wechselt, hat keine.

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Antonio Rosetti, Sinfonie C-Dur: ein fröhlicher Reigen von Schmetterlingen und Libellen, wohl auch ein paar Mücken, die in der Abendsonne tanzen. Die Präzision ihrer Bewegungen ist naturbestimmt, ihre Richtung folgt dem Willen des Windes. Natürliche Schönheit entsteht aus dem freien Zusammenspiel von Wille und Zufall, Plan und Freiheit, Harmonie und Eigensinn. - Antonio Rosetti hieß in Wirklichkeit Franz Anton Rösler, stammte aus Nordböhmen und starb in Schwerin.

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Detlev von Liliencron, Kriegsnovellen, „Zu spät“: „Rechts vom Geländer stand ein langes, schmales Weib, in weißem, togaähnlichen Faltengewande. Nicht trüb und traurig, doch auch nicht fröhlich sah sie mich an. Ihre Züge blieben gleichmäßig ernst und streng. Die Dame Pflicht rief mich, und ich gehorchte.“

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Hebbel:

  „Mir ward das Wort gegeben,

  Daß ich’s gebrauche frei,

  Und zeige, wieviel Leben

  Drin eingeschlossen sei.

  Ich will ihn mutig schwingen,

  Den geist’gen Donnerkeil,

  Und kann er’s mir nicht bringen,

  So bringt er anderen Heil.“

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