Wie viel Gold gibt es auf der Welt?

Mittwoch, 6. August 2014

Gold ist alles, was uns viel bedeutet: Eigener Herd ist Goldes wert. Eine besondere sportliche oder geistige Leistung wird mit der Goldmedaille belohnt, Handwerk hat goldenen Boden und eine harmonische Ehe führt nach 50 Jahren zur Goldenen Hochzeit im goldenen Herbst des Lebens.

Wir liegen goldrichtig, sprechen goldene Worte, haben Gold in der Kehle, ein goldiges Baby, sind ein Goldjunge, schießen mit ein bisschen Glück das goldene Tor, dürfen uns ins Goldene Buch eintragen, stoßen auf eine Goldader und verdienen uns eine goldene Nase.

Wir sitzen aber auch manchmal im goldenen Käfig, legen jedes Wort auf die Goldwaage, tanzen ums Goldene Kalb, lassen uns goldene Berge versprechen, schlachten das Huhn, das goldene Eier legt oder fallen gar in einen Goldrausch. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt!

Gold ist ein uraltes Volksheilmittel: Im Mittelalter nahmen Kranke Goldstaub gegen Epilepsie. In der Schweiz trugen viele Männer früher goldene Ohrringe zum Schutz vor Augenleiden.

Gold ist auch ein uraltes Zaubermittel: Schon in der Antike galt es als wirksames Amulett gegen den bösen Blick, Magier schnitten Kräuter mit goldenen Sicheln.

Gold ist das Gut der Götter: Die Asen der alten Germanen spielen mit goldenen Kegeln und Kugeln. Der Donnerer Thor rollt auf goldenem Wagen, seine Gemahlin Sif hat Haare aus Gold und der Himmelswächter Heimdall goldene Zähne. Odins Pferd trägt eine goldene Mähne und der Eber, dessen Fleisch nach jedem Göttermahl nachwächst, goldene Borsten.

Gold ist der Schatz der Märchen: Der Goldesel spendet Goldstücke, auch die Sterntaler und die Gabe für die Goldmarie sind aus dem mythischen Metall.

Gold ist das Hauptprodukt magischer Verwandlung: Die Müllerstochter spinnt mit Rumpelstilzchens Hilfe Stroh zu Gold. Hans im Glück findet sein Happyend anders herum: Aus seinem Goldklumpen werden Pferd, Kuh, Schwein, Gans, Steine und zum Schluss die goldene Freiheit der Besitz- und Anspruchslosen.

Goldenes Tierreich

Der Goldadler ist eigentlich unser Steinadler, sein wissenschaftlicher Name „Aquila chrysaetos“ geht bis auf den antiken Philosophen Aristoteles zurück.

Goldbutt ist der schönere Name der Nordseescholle.

Die Golddrossel heißt in Italien „Oriolo“, nach dem lateinischen „aurum“ für Gold, bei uns wurde daraus der Pirol.

Brasiliens Goldhase ist ein Vetter des Meerschweinchens – und eine Delikatesse!

Der Goldmund ist eine Schnecke in den tropischen Meeren – schon seit 400 Millionen Jahren!

Die Goldjungfer ist eine Libelle vom Bodensee, und der Goldschmidt nicht nur ein Juwelier, sondern auch ein räuberischer Käfer in Europas Gärten.

Den Goldwurm gibt es nur in der Sage: Er leuchtet überall in den Alpen an heiligen Nächten über vergrabenen Schätzen, doch wenn Menschen hinzueilen, ist er plötzlich nicht mehr auffindbar – ganz so wie die Freunde, denen man mal Geld geliehen hat!

Goldene Zeiten

Das Goldene Zeitalter liegt wie das Paradies in der fernsten Vergangenheit und in der fernsten Zukunft, heraufgerufen durch einen Gott, Kaiser oder Wundermann.

Für die Babylonier war es die Zeit des „adape“, des wunschlos glücklichen Urmenschen – aus ihm wurde später der biblische Adam. Die Griechen sehnten sich ins friedliche Reich des Gottes Kronos zurück, den der streit- und frauenlüsterne Zeus entthront und ermordet hatte.

Die Römer nannten den Gott der goldenen Glückszeit Saturn und gedachten seiner in besonders ausgelassenen Festen.

Bei den Germanen geht das paradiesische Zeitalter durch Gier zugrunde: Der habsüchtige Odinsenkel Frodi zwingt zauberkundige Frauen, auf einer Wundermühle statt Mehl Goldstaub zu mahlen, doch der Schatz weckt Streit in Himmel und auf Erden, bis die Welt untergeht. 

Nach dem Glauben des Islam wird einst ein Mahdi nach Mohammed Weisung ein goldenes Zeitalter der Gerechtigkeit begründen.

In der Schweiz erzählen Sagen, unter den Gletschern im Berner Oberland hätten einst fruchtbare Landschaften und blühende Dörfer gelegen, mit Bergen aus Hönig, Bächen und Seen aus Milch und Käserädern so groß wie Stadttore. Als die reichen Bewohner aber Gott lästerten, waren die goldenen Jahre im Nu vorbei.

Wer erfand...

die goldene Mitte? Der griechische Philosoph Aristoteles (384-322) preist in seiner Tugendlehre „Nikomachische Ethik“ das rechte Maß zwischen Zuviel und Zuwenig als das sittliche Ideal.

Den goldenen Schnitt? Das ideale Längenverhältnis von 1:1,6 in Kunst und Architektur geht auf den griechischen Mathematiker Euclid (ca. 300 v.Chr.) zurück.

Das goldene Vlies? Der griechische Dichter Euripides schrieb um 431 v.Chr. das erste Drama über die uralte Sage von den Argonauten – sie erinnert daran, dass die alten Georgier im Kaukasus einst Schaffelle zum Goldwaschen nutzten.

Goldfinger

Alexander der Große transportiert 330 v.Chr. aus Persepolis auf 3000 Lastkamelen und 20.000 Mauleseln über 3000 Tonnen Gold ab. Heutiger Wert: 105 Mio. Euro.

Der Westgote Alarich erpresst im Jahr 410 von den besiegten Römern 17.500 Kilo Gold.

Hernando Cortez erbeutete allein beim ersten Angriff auf das  Aztekenreich König Montezumas im Jahr 1519 über 2200 Kilo Gold.

Die Spanier raubten dem Inka-König Athualpa im Jahr 1532 rund 180.000 Kilo Goldschmuck, die Schmelzöfen brannten 34 Tage lang.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurden im Atlantik rund 1000 spanische Schatzschiffe mit Gold im Wert von heute insgesamt 1,5 Milliarden CHF ein Raub der Wellen. Das Meer selbst ist jedoch ungleich reicher: Die Wasser der Ozeane enthalten mehr als zehn Milliarden Tonnen Gold, aufgelöst in kleinste Teilchen und deshalb bisher nicht rentabel zu gewinnen: Für jedes Kilo müssten mindestens 100.000 Tonnen Wasser durch Filter fließen.

Goldige Haustiere

Golden Retriever: Herz aus Gold!

Golden Perser: Teure Mieze aus den USA

Goldhamster: Läuft und läuft und läuft – im Rad

Goldsittich: Vom Amazonas, große Voliere!

Goldfisch: Der in der Glaskugel schwimmt

Goldesel: Leider sehr selten!

Goldene Farben

Besonders beliebte und wertvolle Produkte werden, wenn nicht mit Gold aufgewogen, so doch häufig nach dem kostbarsten aller Metalle benannt. Beispiele:  

Weißes Gold = Elfenbein, Porzellan, Salz

Schwarzes Gold = Erdöl, Kaviar, Kohle

Braunes Gold = Kaffee

Rotes Gold = Chianti-Wein, Paprika, Safran

Grünes Gold = Holz, Hopfen, Tee

Was ist eigentlich...

das Gold des Nordens? Der Bernstein.

Das Gold der Azteken? Der Mais.

Ackergold? Die Kartoffeln.

Betongold? Immobilien.

Die goldene Stunde? Die Zeit der besten Lichtverhältnisse für Fotografen kurz nach Sonnenauf- und kurz vor Sonnenuntergang.

Spargold? Wenn der Goldzahn zu fünfzig Prozent aus Kupfer und Silber besteht.

Die goldene Venenregel? Besser liegen oder gehen als sitzen und stehen!

Goldene Worte

Zum Goldmachen gehören sechs Sachen: Tag und Nacht laborieren, ohne Unterlass das Feuer schüren, Rauch und Dampf spüren, sich selber infizieren, Gesicht und Gesundheit verlieren und schließlich den Betrug mit trübem Herzen spüren.

Abraham von Santa Clara

Gold für die Welt

Die größten Förderstätten der Erde:

Die Grasberg-Mine im indonesischen West-Papua liegt 4270 Meter hoch an einem Vulkan und liefert jährlich 2600 Tonnen.

Im Bergwerk South Deep bei Johannesberg holt die weltgrößte Fördermaschine 910 Tonnen pro Jahr aus 3000 Metern Tiefe.

Die Carlin Gold Mine von Elko („indianisch „schöne Frau“) im US-Staat Nevada produziert jährlich 755 Tonnen.

Die Goldmine von Driefontain bei Johannesburg kommt auf jährlich 725 Tonnen.

Die Laolam-Mine auf der kleinen Insel Niolam vor Papua-Neuginea fördert jährlich 655 Tonnen. Ihr Erz hat den höchsten Goldgehalt der Welt.  

Die weltgrößte Goldlagerstätte Witwatersrand (Südafrika) lieferte aus zahlreichen Bergwerken bis heute insgesamt 40.000 Tonnen, ebenso viel liegt noch bis zu 4000 Meter tief unter der Erde.

Fünfmal RHEINGOLD

Rheingold ist...

...das Gold, das seit Jahrtausenden in Form winziger Plättchen aus dem Rhein gewaschen wird.

...der erste von vier Teilen des Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner.

...der Name deutscher Express- und Luxuszüge, die seit Ende der zwanziger Jahren von Hoek van Holland durch das Rheintal in die Schweiz rollten.

...ein Schwimmbagger, mit dem die Nazis 1938-43 aus dem Rheinkies Gold gewinnen wollten.

...ein Melodram des Schweizer Autorenfilmers Niklaus Schilling aus dem Jahr 1978.

...eine Band aus der Zeit der Deutschen Welle in den frühen 80er Jahren.

...der Titel eines Nibelungen-Romans des Amerikaners Stephen Grundy aus dem Jahr 1992.

...der Familienname des US-Soziologen Howard Rheingold, der Internet-Technologien erforscht und 1993 den Begriff „virtuelle Gemeinschaft“ prägte.

...eine Marke der New Yorker Liebmann-Brauerei.

...eine Regionalwährung, die 2005 in rund 200 Düsseldorfer Geschäften als Zahlungsmittel akzeptiert wurde.

...ein Techno- und Electroclub im Rheingoldsaal neben dem Düsseldorfer Hauptbahnhof.

...ein Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen in Köln.

...eine Firma für Treppenrenovierungselemente in Fürth (Bayern)

...ein Hersteller von Eishockey-Artikeln in Krefeld.

...der Name vieler Hotels, Restaurants und Sportvereine.

Woher kommt...

...flüssiges Gold? So nennt schon Homer das Olivenöl. Die moderne Werbung wendet den Begriff aber auch auf Honig, Bier, Mineralwasser, Schwarzkümmelöl, kalifornisches Jojba-Nussöl, verflüssigtes Erdgas und sogar Hydrauliköl an.

...Rheingold? Richard Wagner nannte den ersten Teil seines Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ nach einem legendären Goldschatz aus dem Rhein, den der Zwerg Alberich den Töchter des Flussgottes stiehlt, der durch die Hände von Riesen, Göttern und Helden wandert und schließlich von Hagen wieder im Strom versenkt wird. Der Rhein führt vor allem in der Schweiz aber auch winzige Goldplättchen, die beim Goldwaschen gewonnen werden können.

...Goldrichtig? Entstand wie „goldecht“ und „goldehrlich“ um 1900 als Ausdruck für die höchste Wertungsstufe: Damals sicherten viele Staaten ihre Papierwährung durch Goldreserven ab.

...Goldesel? In dem Märchen „Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack“ der Gebrüder Grimm erhalten drei Brüder wunderbare Gaben, darunter einen Esel, der auf das Wort „Bricklebrit!“ vorn und hinten Goldstücke regnen lässt.

...Goldener Herbst? Nach den verfärbten Blättern, dem Reichtum der Ernte und dem Sonnenschein: In Mitteleuropa herrscht Anfang Oktober oft eine längere Schönwetterperiode.

...Goldwäscher? Nach den durchlöcherten Pfannen, mit denen sie Goldkörner aus dem Flusssand sieben. In der Goldader dagegen sind Hacke und Schaufel die Arbeitsgeräte. Beide Begriffe wurden mit Beginn des Industriezeitalters aufs Geschäftsleben übertragen.

Goldene Fakten

Die Welt besitzt insgesamt 153.000 Tonnen Gold. Das entspricht einem Würfel von 8000 Kubikmetern mit 20 Metern Kantenlänge. Pro Kopf der Weltbevölkerung sind es rund 25,5 Gramm.

28.600 Tonnen (18 Prozent) gehören Zentralbanken und anderen

Währungshütern. Die größten Goldbesitzer sind die USA mit 8.133 Tonnen. 79.000 Tonnen (51 Prozent) Gold sind in Schmuck, 18.000 Tonnen (12 Prozent) in Kunstgegenständen verarbeitet, und 25.000 Tonnen (16 Prozent) befinden sich als Barren oder Münzen in Privatbesitz.

Gold im Kino

Gold“ (1974) mit Roger Moore, englischer Actionfilm aus der gierigen Welt des afrikanischen Goldgeschäfts.

Goldfinger“ (1964) mit Sean Connery, bis heute einer der berühmtesten James-Bond-Filme.

Gold im Buch

Gold“ von Michael Crichton (2009). Der US-Bestsellerautor über die Piraten der Karibik. Karl Blessing Verlag, 368 S.

Mythos Gold“ von Hans-Gert Bachmann (2009). 6000 Jahre spannende Kulturgeschichte. Hirmer Verlag, 278 S.

 

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