Schnee: Wer ihn liebt, ist sensibel, wer ihn hasst, ist depressiv

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Schnee ist Flocke für Flocke ein Riesen-Spaß für alle kleinen und großen Kinder. Die kalte Wolkenwatte schenkt der Natur eine Atempause im stressigen Jahreslauf, den Bergen frischen Glanz, der Nacht einen hellen Mantel und der Seele eine Reise in eine stille Zauberwelt.

Schnee-Sprache

Schnee fällt in vielen Sprachen. Vom indogermanischen „snaiwa“ kommen etwa das englische „Snow“, aber auch das russische „sneg“, vom Lateinischen „nix“ das Französische „neige“ oder das Spanische „nieve“. In Finnland heißt Schnee „lumi“, in Griechenland „chion“, in Indien „hima“, in Japan „yuki“, auf Malta „borra“, in Thailand „hema“ und in Ungarn „ho“. 

Schnee-Menge

Am meisten Schnee innerhalb eines Jahres fiel von 19.Februar 1971 bis 18.Februar 1972 an der Station Paradise Ranger am Mt. Rainier im US-Bundesstaat Washington: stolze 53,8 Meter. Die größte jemals gemessene Schneeflocke fiel am 28. Januar 1887 auf Fort Keogh im US-Staat Montana: Sie erreichte einen Durchmesser von 38 Zentimetern und war 20 Zentimeter dick.

Schnee-Orte

Viele Ortsbezeichnungen enthalten das Wort Schnee, in Österreich etwa Schneeberg, Schneebergdörfl oder Schneegattern. Es gibt aber auch geographische Bezeichnungen, in denen der Schnee nicht gleich sichtbar wird, z.B. der US-Staat Nevada (nach dem spanischen „Sierra Nevada“ = Schneegebirge) oder die Insel Teneriffa (vom guanchischen „Chinerfe“ = „Schneeberg“).

Schnee-Atlas

Der Snowy River („Schneefluß“) strömt 352 Kilometer weit durch Südostaustralien und gab einer TV-Serie den Namen. Es fließen aber auch Snowy Rivers durch Neuseelands Südinsel oder den US-Staat New Mexico. Der Snaefell („Schneeberg“) ragt 621 Meter über die englische Insel Man. Der Snaefellsjökull („Schneeberggletscher“) liegt auf einem 1446 Meter hohen isländischen Vulkan.

Schnee-Exotik

Das wohl exotischste Skigebiet der Welt ist der Stolz des südafrikanischen Mini-Staates Lesotho: Es heißt „Afri Ski“, liegt vier Auto-Stunden südlich von Johannesburg und bietet von Mitte Juni bis Ende August eine 3300 Meter lange Piste durch die Lehmhütten der Savanne. Es gibt ein Slalomrennen und einen Snowboardpark. Schnee-Hilfe leisten Schweizer Spezialisten mit einer Pistenraupe. Skifahren kann man aber auch z.B. in Israel, Marokko oder auf Hawaii.

Schnee-Promis

Bekannteste Schneenamensträgerin ist die Münchner Schauspielerin und Kabarettistin Gisela Schneeberger, vor allem populär seit der Sketch-Serie „Fast wia im richtigen Leben“ mit Gerhard Polt. Die US-Schauspielerin Thelma Schnee spielte z.B. 1954 mit Alec Guiness in „Die seltsamen Wege des Pater Brown“.

Schnee-Wunder

Am 5.August 432 fiel mitten im heißen Sommer auf einem Teil des römischen Hügels Esquilin plötzlich Schnee. Zwei reiche, aber kinderlose Eheleute nahmen das Wetter-Wunder als Antwort der Gottesmutter Maria auf ihre Frage, zu welchem frommen Zweck sie ihr Vermögen verwenden sollten, und bauten dort die Kirche Santa Maria Maggiore.

Schneefrei

Es gibt praktisch keinen Punkt auf der Erde, auf den nicht irgendwann in grauer Vorzeit oder bei extremen Wetterlagen schon eine Flocke gefallen wäre. Am seltensten dürfte das aber in der afrikanischen Danakil-Wüste passieren, die nur zwei Jahreszeiten kennt: „Heiß“ bis durchschnittlich 40 Grad und „Sehr heiß“ mit 45 Grad.

Schnee-Männer

Die populärsten Schnee-Männer sind die Bobfahrer der Karibik-Insel Jamaika, die 1988 im kanadischen Calgary erstmals sogar an Olympischen Winterspielen teilnahmen. Der Spielfilm „Cool Runnings“ machte die schwarzen Schlittenstars 1993 weltweit bekannt. Später warb Fiat mit ihnen für seinen Doblo.

Schnee-Poesie

„Der Schnee ist weiß, wo nicht Menschen sind.

Der Schnee ist weiß für jedes Kind.

Und im Frühling, wenn die Schneeglöckchen blühn,

Wird der Schnee wieder grün.“

Joachim Ringelnatz

Die Alpen ohne Schnee

Das herrliche Matterhorn ragt nur noch als schwarzer Zacken aus grauem Geröll, die berühmten Berner Alpen blicken als unansehnliche Felsen auf dampfenden Dschungel: ohne Schnee und Eis ist es nirgends weiß, und wenn die Klima-Kassandras Recht behalten, ist Europas schönstes Gebirge bald nur noch eine gigantische braune Erdwelle. Schmelzen die Gletscher ab, wird es noch heißer, denn noch reflektieren die blendenden Firne viel Sonnenlicht zurück ins All. Zugleich würden statt des Schnees riesige Regenmengen die Bäche und Flüsse in reißende Ströme verwandeln: Nach der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren führte der Rhein lange Zeit etwa fünf Mal so viel Wasser wie heute. Dann könnten am Bodensee sogar Dattelpalmen gedeihen. Neu wäre das nur für uns Menschen: Vor 135 Millionen Jahren lagen die Alpen auf dem Grund eines tropischen Ozeans!

Schnee-Psychologie

Die Kanadier lieben Schnee, aber als 2009 in Montreal 460 Zentimeter fielen, stellte der Psychologe Luc Tremblay fest: „Es gibt einen Punkt, da fühlen sich Menschen niedergeschlagen und ohnmächtig, wenn es immer weiter schneit.“ Von sich selbst sagte der Seelenkundler: „Wenn ich Weiß sehe, sehe ich Rot!“ Umweltpsychologen wissen: Wer Schnee liebt, ist besonders sensibel und reagiert auch auf andere Naturereignisse wie etwa Sonnenuntergänge oder Tierwanderungen emotional bis zur Begeisterung. Wer dagegen Schnee hasst, leidet oft an unbewussten Ängsten und fällt in dichtem winterlichem Weiß manchmal sogar in Depressionen.    

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