Zum Jahreswechsel: Die großen Prophezeiungen

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Besonders zu Silvester und am Neujahrstag haben Seher und Zukunftsdeuter Hochkonjunktur. Wie glaubwürdig sind sie?

Der biblische Prophet Jesaja sagt voraus: „Die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären ... Doch er   wird durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt." Sieben Jahrhunderte später wird Jesus ans Kreuz geschlagen.

Im 6.Jahrhundert v.Chr. lässt der mächtige Lyderkönig Krösus in Delphi anfragen, ob er die Perser angreifen solle. Antwort   des Orakels: „Wenn du den Grenzfluss überquerst, wirst du ein großes Reich zerstören." Hoffnungsfroh setzt der Herrscher mit seinen Truppen über den Strom - und wird vernichtend geschlagen. Er hatte nicht durchschaut: Mit dem „großen Reich" war sein eigenes gemeint!

Der englische Mönch Beda Venerabi1is ("Der Verehrungswürdige") prophezeit im 7. Jahrhundert n.Chr.: „Wenn das Kolosseum einstürzt, geht Rom unter; wenn Rom untergeht, geht die Welt unter." Das antike Bauwerk im Zentrum der italienischen Hauptstadt steht bis heute, wird immer wieder restauriert gesichert.

Vor dem Jahr 1000 verkündeten Wanderprediger überall in Europa den nahenden Weltuntergang. Sie berufen sich dabei auf Psalm 90, in dem über Gott gesagt wird: „Denn tausend Jahre sind für dich wie ein Tag." Die Prophezeiung verursacht eine Massenhysterie: Reiche verschenkten ihre Habe, um in den   Himmel zu kommen, Mütter bringen ihre Kinder um, weil sie ihnen die Schrecken des Jüngsten Tags ersparen wollen. Kaiser Otto III. verbringt die Silvesternacht im Grab Kaiser Karls in Aachen, um an der Seite des großen Ahnherrn zum Weltgericht schreiten zu können.

Der geheimnisvolle französische Arzt Michael Nostradamus hinterlässt im 16.Jahrhundert 966 Vierzeiler, mit denen sich verblüffende Weissagungen machen lassen. Nach Ansicht besonders gläubiger Interpreten sagte er darin alle Kriege   der Neuzeit und sogar politische Führer des 20. Jahrhunderts   voraus: Roosevelt („Die Rose der Welt"), Musso1ini ("Duce"), Hitler ("Der Braune") und Stalin ("Der Führer aus Armenien") – der sowjetische Diktator stammte allerdings aus Georgien.

150 Jahre später blickt die Hellseherin Sybille von Prag in  Trance in die Zukunft. Ein in der Nachbarschaft wohnender Gärtner überliefert die Visionen der einst bis nach Ägypten gereisten Komtesse, deren bürgerlicher Name für immer ein  Geheimnis bleiben dürfte: "Aus Wasser formen sie eine Kraft … und die Nacht werden sie zum Tage machen, denn geschlungene Glasröhren werden taghelles Licht spenden … Worte laufen auf  dünnen Drähten, die über alle Lande gespannt sind, von Mund   zu Mund. Aus einem kleinen Kästchen, das auf der Truhe steht,

erklingt liebliche Musik..."

Die westfälische Nonne Katharina Emmerick, deren Leib die   Wundmale Jesu zeigte, schildert 1822 in einer Vision: „Ich höre, dass der Teufel 60 Jahre vor dem Jahre 2000 wieder auf Erden soll freigelassen werden und Europa verwüstet. Um Berlin    lag eine rote Schlinge. Nun war sein Schwert nackt, blutig rote Bänder hingen vom Griff, es träufelte Blut; der Flug war   Zickzack" – Vorahnung der Bombardierung Berlins im Zweiten Weltkrieg?

1917 berichteten drei Hirtenkinder im portugiesischen Fatima von rätselhaften Marienerscheinungen. Dabei sollen sie drei Weissagungen empfangen haben. Die ersten beiden kündigten angeblich den Zweiten Weltkrieg und die grausamen Christenverfolgungen im kommunistischen Osteuropa an. Der Inhalt des dritten Geheimnisses von Fatima wird lange Zeit

nicht veröffentlicht, angeblich, um eine weltweite Panik zu vermeiden. Später bezieht Papst Johannes Paul II. diese Prophezeiung auf das Attentat gegen ihn.

Der Amerikaner Edgar Cayce spricht im Traum und wird deshalb der „schlafende Prophet" genannt. Vor seinem Tod im Jahr 1945 soll er unter anderem den Vietnamkrieg, Rassenunruhen, mehrere schwere Erdbeben und Vulkanausbrüche vorhergesagt haben. Die von ihm ebenfalls prophezeiten katastrophalen Klimaveränderungen stehen inzwischen bevor.

Drei der aufsehenerregendsten Prophezeiungen des vergangenen Jahrhunderts stammen von der amerikanischen Seherin

Jeane Dixon. Anfang 1945 sagt sie dem umjubelten Winston Churchill voraus, dass ihn sein Volk demnächst fallen lassen werde – tatsächlich verfehlt der große Sieger des Zweiten Weltkriegs im Juli sensationell die sicher geglaubte Wiederwahl. 1968 sagt die Astrologin über Martin Luther King: "Er wird Washington nicht erreichen -er wird erschossen." Wenige Tage später fällt der schwarze Bürgerrechtler einem Attentat zum Opfer. Ebenfalls 1968 antwortet Jeane Dixon auf   die Frage, ob Robert Kennedy Präsident werden würde: „Nein, und zwar wegen einer Tragödie, die sich hier in diesem Hotel abspielen wird" - am 5.Juni wird im "Ambassador" auf den Politiker geschossen, einen Tag später stirbt er.

 

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