Zum Reformationstag: Verblüffende Fakten über Luthers Leben und Lehren

Dienstag, 31. Oktober 2017

Am 31.Oktober 1517 schlug Martin Luther 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Sie veränderten Kirche und Welt. 500 Jahre ist mehr über Leben und Wirken des Reformators bekannt als je zuvor.  

Luther will die Kirche nicht abschaffen, sondern reformieren. Er sieht sich zeitlebens als treuen Katholiken.

Luther zerstört einen wichtigen Wirtschaftszweig: den blühenden Handel mit Reliquien. Die angeblichen Überreste von Heiligen sind fast immer Fälschungen.

Seine Thesen schlägt Luther 1517 an, doch wann ihm in seine Studierstube „blitzartig“ die entscheidende Erkenntnis gekommen ist, bleibt unbekannt: Die meisten Forscher tippen auf die Jahre 1511 bis 1513.

Nach der damaligen christlichen Lehre müssen alle Menschen außer den Heiligen nach ihrem Tod erst einmal ins Fegefeuer.

Luthers Gegner schrecken vor nichts zurück. Der berüchtigte Ablassprediger Tetzel behauptet, er dürfe mit päpstlicher Erlaubnis sogar jemandem einen Ablass verkaufen, „der die heilige Jungfrau vergewaltigt hat“. 

Die 95 Thesen bringen Luther in Lebensgefahr. Der Ablassprediger Tetzel droht ihm sofort: „Der Ketzer soll mir ins Feuer geworfen werden!“

Luther schlägt die 95 Thesen nicht selbst an: Er beauftragte damit den Pedell (Hausmeister) der Wittenberger Universität.

Die 95 Thesen sind kein Aufruf, sondern lediglich eine Einladung zu einer Fachdiskussion mit Luther in der Theologischen Fakultät.

Der Anschlag ist eine Pleite: Luthers Einladung, mit ihm zu „disputieren“, findet so wenig Interesse, dass die Veranstaltung abgesagt werden muss.

Luther hat keine Angst vor der Kirche. Er schickt seine Thesen auch an Bischöfe wie Albrecht von Brandenburg, in dessen Bistum der betrügerische Sündenfreikauf besonders floriert.

Luther will nie ein Religionsstifter sein: „Wie käme denn ich armer stinkender Madensack ´dazu, dass man die Kinder Christi mit meinem heillosen Namen benennen sollte!“

Das populärste Wort des Sündenfreikaufs stammt nicht von einem Ablassprediger, sondern von Luther und ist ironisch gemeint: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt!“

Luther ist anfangs gar nicht gegen den Ablasshandel an sich. In seiner 71sten These schreibt er sogar: „Wer gegen die Wahrheit der apostolischen Ablässe redet, der soll gebannt und verflucht sein.“ Ihn stört nur der ausufernde Missbrauch.

Luther nutzt neue Medien: 60 Jahre zuvor hat Gutenberg den Buchdruck erfunden, das Internet des Spätmittelalters. Ins Deutsche übersetzt, verbreiten sich die 95 Thesen rasend schnell.

Für viele ist Luther ein Heiliger, manche sehen in ihm den wiedergekehrten Propheten Elijah oder sogar einen Engel. Porträts zeigen ihn mit einem Heiligenschein.

Luther kämpft gegen einen mächtigen Multi: Die Kirche funktioniert damals wie ein Konzern mit dem Papst als Vorstandschef und den Ablassbriefen als Verkaufsschlager.

Luther ist der erste Bestseller-Autor der Weltgeschichte: In nur drei Jahren erscheinen zwanzig Neuauflagen seiner Thesen.

Luther ist als Autor ungeheuer produktiv. Fast ein Drittel der Schriften, die zu seiner Zeit auf Deutsch gedruckt werden, stammt aus seiner Feder.

Für den Kaiser ist Luther nur eine Randfigur. Auf dem berühmten Reichstag zu Augsburg 1518 kommt sein Fall auf der Tagesordnung erst weit hinten. Im Vordergrund steht der Krieg gegen die Türken.

Luther lässt nie Zweifel an seiner Glaubenstreue gelten: „Frömmere Ketzer habt ihr nie gehabt!“ ruft er Kirchenleuten zu, „werdet sie auch nicht frömmer kriegen!“

Luthers berühmtestes Zitat ist eine Erfindung: Sein Satz „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ wurde dem Bericht über den Reichstag von Anhängern nachträglich hinzugefügt.

Luther wird einmal sogar gekidnappt: Auf dem Rückweg vom Reichstag überfallen ihn Reiter des Kurfürsten Friedrich des Weisen und bringen ihn auf die Wartburg – zu seinem Schutz!

Luther täuscht sogar seinen Tod vor: Nach dem Überfall glauben schockierte Mitreisende, der Mönch sei umgebracht worden. Bald denkt das die ganze Welt, und der Reformator spielt mit, weil Rom seine Auslieferung fordert.

Luthers Freunde betrauern ihn: „O Gott, wer wird uns hinfort das Evangelium so klar vortragen!“ klagt der berühmte Maler Albrecht Dürer. „Helft mir fleißig beweinen diesen gottgeistigen Menschen!“

Luther hat einen Decknamen: Im Exil auf der Wartburg nennt er sich „Junger Jörg“. Nur der Burghauptmann weiß, wer der geheimnisvolle Gast wirklich ist.

Luther trickst mit Haar und Bart: Auf der Wartburg lässt er sich beides wachsen, bis er nicht mehr zu erkennen ist.

Luther erzeugt selbst Reliquien: Nach der Legende schleudert er auf der Wartburg einmal sein Tintenfass nach dem Teufel. Seiter kratzen dort immer wieder Besucher heimlich blauen Putz von der Wand.

Luthers Schreibtisch liefert Zahnstocher: Reliquienjäger brechen heimlich Holzsplitter heraus, weil sie angeblich gegen Zahnweh helfen.

Bei der Arbeit stellt Luther seine Füße auf einen Walfischknochen: Der Schemel ist ein Geschenk seines Beschützers Friedrich von Sachsen.

Luther ist ein großer Sprachschöpfer, erfindet Ausdrücke wie „Gewissensbiss“, „Feuertaufe“, „Lästermaul“, „Lückenbüßer“, „Sündenbock“ oder „Winkelprediger“.

Die erste Lutherbibel ist ein Comic: Der berühmte Maler Lucas Cranach zeichnet Illustrationen, und das Werk verkauft sich prompt 200.000 Mal.

Die Lutherbibel ist extrem teuer: Sie kostet zwei Gulden und acht Groschen – so viel, wie ein Maurergeselle im Monat verdient!

Luther ist sehr intolerant: Als er an der Universität Wittenberg wieder das Sagen hat, verhängt er ein Predigtverbot über Andersdenkende.

Als Politiker scheitert Luther: Als er aufständische Bauern zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit mahnt, brüllen sie ihn nieder und übertönen ihn mit lauten Klingeln.

Luther predigt mörderische Gewalt: In einer Kampfschrift fordert er die Fürsten auf, die „räuberischen Rotten der Bauern zu „zerschmeißen, würgen, stechen“.

Luther enttäuscht intellektuelle Freunde: Der berühmte Humanist Erasmus von Rotterdam etwa tadelt ihn, weil Luther nicht anerkennen will, dass der Mensch einen freien Willen hat.

Luther ist wie viele seiner Zeitgenossen Antisemit, aber nicht mit rassistischen, sondern theologischen Begründungen: Für ihn ist ihre Religion ein Irrglaube.

Luther riskiert sein Leben für eine Nonne: Er hilft ihr und acht anderen, aus ihrem Kloster zu fliehen, und auf solchen „Nonnenraub“ steht die Todesstrafe. Die Gerettete heißt Katharina von Bora und wird seine Frau.

Luther lässt sich seine spätere Frau in einem Heringsfass liefern: Die neun Nonnen kriechen in die stinkenden Fischbehälter, und ein Freund Luthers kutschiert sie in die Freiheit.

Luther erlebt auch einen Shitstorm: Anonyme Schmähschriften nennen ihn einen „Nonnenhengst“ und seine Frau eine „entlaufene Hure“.

Luther hat Probleme mit der Keuschheit: „Nicht, dass ich mein Fleisch und Geschlecht nicht spüre“, schreibt er als Mönch, „ich bin weder aus Holz noch aus Stein!“

Seine Frau findet er anfangs unsympathisch: Katharina von Bora stammt aus dem Landadel und ist ziemlich selbstbewusst. Luther nennt das „stolz und hochmütig“.

Luther ist der erste Medienstar: Lucas Cranach malt ihn als Mönch und Junker, aber auch als Herkules. Die Holz- und Kupferstiche verbreiten sich massenhaft.

Als Ehemann ist Luther autoritär, allerdings mit geringem Erfolg: „Wenn ich noch einmal heiraten sollte“, klagt er, „wollt ich mir ein gehorsames Weib aus einem Stein hauen!“

Allerdings lernt er bald Toleranz: „In häuslichen Dingen füge ich mich Käthe“ schreibt er nach einigen Ehejahren, „ansonsten regiert mich der Heilige Geist.“

Luther führt ein großes Haus: Durch seine Schriften wohlhabend geworden, ernährt er mit drei Töchtern und drei Söhnen 60 Dienstboten und andere Hausgenossen.

Luther ist häufig krank. Er leidet vor allem an schmerzhaften Gallen- und Blasensteinen, an Gicht, Bluthochdruck, Magenbeschwerden und schwerem Tinnitus.

Luther ist auch ein erfolgreicher Sexberater. Viele Eheleute folgen seiner berühmten Regel „In der Woche zwier, schaden weder ihm noch ihr, macht im Jahre hundertvier“.

Auch die Wallfahrten gehen zurück: Wer sich nicht vor Höllenstrafen fürchtet, braucht auch keine Pilgerreisen mehr!

Luther ist kein Revolutionär. Er schreibt seine 95 Thesen nicht auf Deutsch, sondern auf Latein, das damals nur Gebildete lesen können.

Luther prangert an, dass der Papst mit dem Geld aus dem Ablass die bis heute größte Kirche der Welt baut: den Petersdom.

Die Kirche verschläft die neue Technik: Die ersten Druckerzeugnisse werden jahrelang nicht kontrolliert, und Luthers 95 Thesen reisen ungehindert durch das ganze Land.

Über das riesige Interesse an seinen Thesen staunt Luther selbst am meisten: „In 14 Tagen haben sie ganz Deutschland und in vier Wochen fast die gesamte Christenheit durchlaufen!“

Luther ist nicht der erste, der gegen den Ablasshandel predigt: Lange vor ihm haben schon andere Theologen scharf protestiert. Das Thema ist ein Pulverfass, Luther der Funke.

Luther formt die deutsche Sprache: Damals konkurrieren viele Dialekte. Luther macht sein Mitteldeutsch mit einprägsamen Wortschöpfungen zur Hauptsprache.

Ebenso kreativ ist Luther als Übersetzer. Bei der Arbeit an seiner deutschen Bibel grübelt er manchmal tagelang nach dem perfekten Wort.

Luther ist selbstkritisch: Seine Bibelübersetzung lässt er nicht drucken, bevor sie sein Freund Melanchthon gegengecheckt hat.

Luther will keine neue Konfession erfinden: Immer wieder betont er, er habe nur die wahre Lehre Christi vom Schutt der Papstkirche befreit.

Luther stirbt, wo er zur Welt kam: Nur ein paar Meter von seinem Geburtshaus in Eislingen entfernt.

Luther wächst mit der Niederdeutschen Mundart (Platt) auf. Erst als Professor in Wittenberg spricht er Hochdeutsch.

Der Reformator ändert zwei Mal seinen Namen: Als Kind heißt er „Luder“, als junger Mann nennt er sich „Eleutherius“ („Der Befreite“) und erst mit 35 Jahren „Luther“ – das „th“ gilt damals als schick.

Seine Vorfahren sind adelig: Sie führen sich auf den Ritter Wigand von Lüder zurück, dessen Familie seit etwa 1300 in Möhra ansässig ist.

Luther wird auf der Durchreise geboren: Seine Eltern wollen von Möhra nach Mansfeld umziehen, Eisleben liegt einen Tag vor dem Ziel.

Seine Eltern sind Arbeitsmigranten: Als Kinder von kleinen Bauern suchen sie besser bezahlte Arbeit im Bergbau.

Luther kommt am 10.November 1483 zur Welt. In der Kirche zählt der Abend schon zum nächsten Tag, der 11.November ist dem hl. Martin geweiht, und Neugeborene werden oft nach dem Tagesheiligen benannt.

Luther ist der erste oder zweite Sohn der Familie und hat vermutlich neun Geschwister.

Als Kind isst er am liebsten Brot mit Rotkehlchenfett. Seine Mutter Margarethe brät auch Dorngrasmücken, Buchfinken und Goldammern, die Delikatessen ihrer Zeit.

Sein Vater Hans macht bald als Hüttenmeister im Kupferschieferbergbau gutes Geld. Seine Mine fördert auch Gold und Silber.

Die Familie wohnt komfortabel mit Kachelofen und Fensterglas.

Als Kind spielt der kleine Martin gern mit Steckenpferd und Windrad.

Seine Erziehung ist superstreng: „Meine Mutter stäupte (peitschte) mich um einer einzigen Nuss willen bis zum Blutvergießen.“

Seine bewegendste Kindheitserinnerung ist ein düsteres Lied, das seine Mutter ihm vorsingt: "Mir und dir ist keiner hold, das ist unser beider Schuld."

Der Vater schlägt so oft zu, dass der kleine Martin einmal sogar vor ihm davon läuft und der Patriarch Angst bekommt.

Auch in der Schule gibt es ständig Prügel: „Meine Lehrer waren grausam wie die Henker!“

Grausamer Spott: Schwächeren Schülern wird eine Eselsmaske umgehängt.

Luther leidet lange unter großen Ängsten: „Wo eine solche Furcht in der Kindheit einreißt, kann sie schwerlich wieder ausgerottet werden.“

Auf der Pfarrschule St. Georgen in Eisenach zieht der 13-jährige hungernd von Haus und singt Lieder, um etwas zu essen zu bekommen.

Luther studiert zuerst nicht Theologie, sondern Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie.

Auf Wunsch seines Vaters beginnt Luther in Erfurt ein Jurastudium, Voraussetzung für eine Karriere im Staatsdienst.

Mit 21 Jahren findet Martin Luther in der Bibliothek der Universität in Erfurt das erste Mal eine vollständige Bibel und staunt, wie viel unbekanntes sie für ihn enthält.

Um die Bibel besser zu verstehen, studiert er Griechisch und Hebräisch.

Gefährlicher Unfall: Als Student trägt Luther einen Degen. Bei einem Sturz fällt er in die Waffe und verblutet fast.

Nach dem Unfall muss Luther lange im Bett liegen. Um die Zeit zu nutzen lernt er Laute spielen. Es wird die Grundlage für seine spätere Kirchenmusik.

Als auf dem Weg nach Erfurt nachts dicht neben ihm ein Blitz einschlägt, steht er Todesängste aus und gelobt, ins Kloster zu gehen.

Luthers Lieblingsheilige ist Anna, die Mutter Marias und Schutzpatronin der Bergleute. Nach dem Blitzschlag wirft er sich zu Boden und fleht: „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“

Als Augustinermönch lebt Luther in härtester Askese: Er legt jede Menge freiwillige Fastentage ein und schläft auf dem Steinfußboden seiner Zelle.

Luther wird zum Betteln über die Dörfer geschickt, damit er die Lebensweise Jesu am eigenen Leibe erfahre.

Er geht den anderen Mönchen auf die Nerven, weil er immer wieder stundenlang im Beichtstuhl kniet, obwohl er gar nichts zu bereuen hat.

Anfang April 1507 wird Luther zum Priester ordiniert. Aus seiner ersten Messe flüchtet er in Panik, weil er fürchtet, in seiner Predigt Gott zu nahe getreten zu sein.

Im Jahr 1510 schickt ihn sein Orden nach Rom: 1500 Kilometer zu Fuß über die Alpen und im Winter wieder zurück.

Luther ist abergläubisch: Im Rom will er durch eine Generalbeichte sich vor dem Fegefeuer bewahren und seine verstorbenen Verwandten daraus befreien.

An einem einzigen Tag besucht Luther alle sieben Hauptkirchen Roms und stellt enttäuscht fest, dass die heiligen Messen für die Priester offenbar nur noch lahme Routine sind.

Als Pilger rutscht Luther betend die Stufen der Pilatustreppe am Papstpalast hinauf, die angeblich mit Christi Blut getränkt ist. 13 Jahre später bereut er die Bußübung: „Ich habe geglaubt einen Scheißdrecken!“

Später beschimpft er die Hautstadt des Christentums als Sündenpfuhl („Hure Babel“) und den Papst als Antichrist.

Am meisten ärgert sich Luther über die Ablassbriefe, mit denen Gläubige angeblich die Vergebung ihrer Sünden erkaufen können. Der Papst und seine Bischöfe setzen damit Millionen um - für Luther glatter Betrug. 

Als Doktor der Theologie und Professor für Bibelauslegung hält er in Wittenberg Vorlesungen über die Paulusbriefe. In den Werken des Apostels findet er bald Bausteine für ein menschenfreundlicheres Gottesbild.

Luther ist auf Gott sauer, aber nicht, weil er ihn für ungerecht hält, sondern für allzu gerecht: Vor einem solchen unfehlbaren Richter, fürchtet er, hat kein Mensch eine Chance. Den entscheidenden Satz findet er im Paulusbrief an die Römer: „...dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben“.

Bibelverbesserung: Das Wörtchen „allein“ fügt Luther zur Verdeutlichung selber in das Pauluswort ein. Folge: Wenn der Glaube allein genügt, braucht es die Kirche gar nicht mehr.

Für Luther ist die Erkenntnis entscheidend, dass wir gar keine guten Werke brauchen. Wir werden von Gott angenommen, so wie wir sind. Es ist das Grundgesetz der Reformation.

Anrüchigste Legende: Luther nutzt selbst den gelegentlichen Durchfall zum Grübeln: „Das hat mir der Heilige Geist auf der Kloake im Turm eingegeben“, gesteht er einmal.

Berühmte Zeitgenossen: 1492 entdeckt Kolumbus Amerika, doch Luther erwähnt den neuen Erdteil und seinen Entdecker in seinen vielen Schriften mit keinem Wort. Sein Thema ist ein neues Bild von Gott, nicht eins von der Welt.

Als Kopernikus beweist, dass sich die Erde um die Sonne dreht, behauptet Luther bibeltreu das Gegenteil und schimpft: „Der Narr will mir die ganze Kunst Astronomia umkehren!“

Luther lebt gefährlich: Die Kirche herrscht damals als Supermacht uneingeschränkt über die gesamte Christenheit. Wer ihr widerspricht, wird oft als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Luther ist auch ein gestresster Manager: In Wittenberg muss er nicht weniger als zwölf Klöster verwalten, Rechnungen prüfen, über Personalien entscheiden.

Zwischen Gott und Satan: Als Luther das Kloster für immer verlässt, sagt er, der Teufel habe ihn durch den Blitz hineingebracht. Später meint er jedoch, es sei doch Gott gewesen, weil er die Kirche erneuern wollte.

Heute leben rund 2800 Nachkommen Luthers. Die „Lutheriden-Vereinigung e.V.“ sitzt in Zeitz (Sachsen-Anhalt).

 

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