Hitlers Griff nach Afrika (4) Der Judenhasser von Jerusalem

Freitag, 14. September 2018

Vor 75 Jahren scheitert Hitlers Feldzug in Afrika. Doch das strategische Ziel der deutschen Truppen, das britische Weltreich im Irak und sogar in Indien anzugreifen, bleibt trotz der Niederlage aktuell. Helfen sollen dabei auch muslimische Judenhasser wie der Großmufti in Palästina.

Hitlers wichtigster Verbündeter in der arabischen Welt wird der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Hussein. Der moderne Antisemitismus in Nordafrika und dem Nahen Osten ist vor allem sein Werk. Der fanatische Prediger bejubelt den Holocaust in Europa, reist zu Hitler nach Berlin und fordert seine Glaubensbrüder am islamischen „Opfertag“ kurz vor Weihnachten 1942 im Radio auf, auf deutscher Seite in den Krieg einzutreten. 1944 tobt er sogar: „Tötet Juden, wo immer ihr ihnen begegnet, als Liebe zu Gott, der Geschichte und der Religion!“

Palästina steht unter britischer Kontrolle, seit Lawrence von Arabien im Ersten Weltkrieg die Türken aus Jerusalem vertrieb. Die Flucht der Juden ins Gelobte Land wird schon früh „in der arabischen Welt zunehmend als Versuch europäischer Kolonisierung wahrgenommen“, sagt der englische Historiker David Motadel. „Je weiter Rommels Truppen auf Kairo vorrückten, desto besessener wurde gegen die Juden gehetzt.“

Auch nach dem Abzug der Deutschen aus Nordafrika geht die Nazi-Propaganda weiter: „Ende 1943 wurde etwa behauptet, der Koran verfluche die Juden ‚wegen ihrer Sünden‘“, sagt Motadel. „Einen Monat später verkündeten die Demagogen in ‚Radio Berlin‘ auf Arabisch: ‚Die Juden sind die schlimmsten Feinde des Islam, und sie waren es schon immer.“

Morgen: Deutsche Kampfflieger im Irak

 

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