Hitlers Griff nach Afrika (5): Deutsche Kampfflieger im Irak

Samstag, 15. September 2018

Vor 75 Jahren scheitert Hitlers Feldzug nach Ägypten. Doch das strategische Ziel der deutschen Truppen, das britische Weltreich im Orient anzugreifen, bleibt trotz der Niederlage aktuell. Deutsche Kampfflieger bombardieren Nachschublinien im Irak.

Ein wichtiges Zentrum für den arabischen Nationalismus ist Bagdad. Dort stürzt 1941 ein Militärputsch die englandfreundliche Regierung. Der neue Ministerpräsident Raschid Ali al-Gailani bittet in Berlin um Militärhilfe. Sofort zerstören die Engländer die irakische Luftwaffe am Boden. Dann stoßen indische Einheiten aus Basra auf Bagdad vor.

Hitler reagiert auf den Hilferuf mit einer, so der Historiker Pherset Rosbeiani, „heroischen Geste“: Er will den arabischen Nationalisten zwölf Messerschmidt-110-Landstreckenjäger und zwölf Heinkel-11-Bomber schicken. Am 23. Mai 1941 ernennt er den General der Flieger Hellmuth Felmy mit der Weisung Nr. 30 „Mittlerer Orient“ zum „Fliegerführer Irak“.

Militärtransporte durch die neutralen Staaten Türkei und Iran sind nicht möglich. Als Notlösung bringt die Bagdadbahn wenigstens die in Syrien eingelagerten Waffen der französischen „Levante-Armee“ in den Irak: Zwölf Geschütze, 15.000 Gewehre, 200 Maschinengewehre, 354 Maschinenpistolen und fünf Millionen Schuss.

Außerdem sollen deutsche Kommandotruppen die irakischen Kurden zum Aufstand gegen die Engländer anstacheln und Ölquellen in die Luft jagen. Leutnant Gottfried Johannes Müller aus der Abteilung II der Abwehr nimmt dazu Kontakt mit dem kurdischen Scheich Mahmud Barzandschi auf. Prompt sichern die Engländer die Ölfelder nicht nur im Irak, sondern gleich auch noch nebenan im Iran.

Die 24 deutschen Piloten stören den britischen Nachschub zwar, sind der Royal Air Force aber hoffnungslos unterlegen. Als englische Truppen Bagdad und Mossul besetzen, ist der deutsche Vorstoß gescheitert.

Spätere Pläne General Felmys, von Südrussland aus nach Persien und Arabien vorzustoßen, werden nach der Niederlage von Stalingrad und dem Rückzug der deutschen Truppen aus dem Kaukasus aufgegeben. Die Alliierten behalten die Kontrolle über alle Ölquellen und Nachschubwege, während die deutschen Truppen in Russland immer stärker unter Treibstoffmangel leiden.

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