VW-Chef kündigt Boom für Elektroautos an

Freitag, 26. Oktober 2018

Maybrit Illner: „Politische Geisterfahrt – wer zahlt für den Diesel-Skandal?“ ZDF, Donnerstag, 25.Oktober 2018, 22.15 Uhr.

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Herbert Diess, hat in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“ am Donnerstag einen Boom des Elektroautos bereits im übernächsten Jahr angekündigt.

Wörtlich sagte der Top-Manager: „Da kommen wir jetzt ganz stark. Wir haben 30 Milliarden in Elektromobilität investiert. Wir haben ein Werk in Zwickau schon umgewidmet. Wir bauen in Shanghai ein Elektrofahrzeugwerk auf.

Über die Konkurrenz sagte Diess: „Wir werden 2020 kommen mit Fahrzeugen, die alles können wie Tesla und um die Hälfte billiger sind!

Zwar würden „Elektrofahrzeuge die Mobilität verteuern, durch die Batterien“, aber: „In den Jahren 2019, 2020 kommen wirklich hochattraktive Fahrzeuge, die für viele Kunden sowohl vom Preis als auch von der Leistung, der Reichweite, der Ladefähigkeit eine Alternative sein werden. Und dann kommt ein großer Boom!“

Zuvor hatte Diess immer wieder versucht, Forderungen nach kostenlosen Hardware-Nachrüstungen für von Fahrverboten bedrohte Dieselfahrzeuge mit Vernunftgründen abzuwehren: Für das Stickoxid-Problem mancher Innenstädte gebe es bessere Lösungen, erklärte er, etwa saubere Busse und eine intelligentere Verkehrssteuerung vor allem für Lastwagen.

Und, so der VW-Chef: „In zwei Jahre ist das Problem sowieso gelöst.“

Wer trotzdem auf Hardware-Nachrüstung bestehe, setze sich einem enormen Stress aus, wie Diess einem Dieselbesitzer in der Talkrunde erklärte: Reserverad weg. Löcher im Teppich. Schläuche für den Harnstoff AdBlue. 10 Arbeitsstunden. Danach steigt der Spritverbrauch. „Und wenn Sie im Urlaub AdBlue nachfüllen müssen, können Sie vorher den ganzen Kofferraum ausräumen!“

Deshalb schlug Diess statt der Nachrüstung einen „jungen Gebrauchtwagen“ plus günstiges Finanzierungangebot vor. Für diesen Umtausch hat Volkswagen hat bereits 200.000 gebrauchte Dieselfahrzeuge erworben.

Kanzleramtsminister Helge Braun beharrte trotzdem auf der Nachrüstungsmöglichkeit: „Wir fordern die Industrie auf, dass sie uns hilft, den Dieselfahrern zu helfen, deren Autos formal völlig in Ordnung sind, die aber jetzt durch Fahrverbote in den Innenstädten bedroht sind“, sagt er etwas gewunden.

Im Übrigen habe die Regierung schon viele Maßnahmen zur Luftverbesserung angefangen, als da seien: „Saubere Busse, saubere Innenstädte, Park–and–ride–Systeme - dafür möchte ich auch mal gelobt werden!“  

Der Grüne-Verkehrsexperte Cem Özdemir setzte sich für mehr E-Mobilität ein. „Hören Sie auf mit den Nebelkerzen!“ blaffte er den Minister an. „Sorgen Sie dafür, dass die Autos sauberer werden! Investieren Sie auch in andere Verkehrsmittel!“ Die Chinesen seien schon viel weiter und drohten die deutsche Automobilindustrie bald abzuhängen.

Doch der Minister blieb auf dem Boden der Tatsachen: „Wir brauchen den Diesel für das Weltklima noch eine ganze Weile!“

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