Maischberger: Männer bei Bewerbungen nur Sättigungsbeilage!

Donnerstag, 15. November 2018
Chefinnen-Sache: Die Rede-Runde mit v.l. Hajo Schumacher, Judith Williams, Ursula Engelen-Kefer, Reinhard Sprenger und Katharina Schulze. © WDR/Max Kohr Chefinnen-Sache: Die Rede-Runde mit v.l. Hajo Schumacher, Judith Williams, Ursula Engelen-Kefer, Reinhard Sprenger und Katharina Schulze. © WDR/Max Kohr

Maischberger: Männer bei Bewerbungen nur noch eine Sättigungsbeilage!

 

Maischberger: „Kaum Chefinnen, weniger Geld: Werden Frauen immer noch benachteiligt?“ ARD, Mittwoch, 14.November 2918, 21.45 Uhr.

Der Essener Unternehmensberater und Management-Coach Reinhard K. Sprenger hat in der ARD-Talkshow „Maischberger“ am Mittwoch große Bedenken gegen alle Versuche geäußert, per Gesetz die Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz zu erzwingen.

Wörtlich sagte der Experte in der Diskussion nach dem ARD-Spielfilm „Keiner schiebt uns weg“, der eine wahre Geschichte aus dem Jahr 1979 erzählt: „Damals wurden Frauen benachteiligt. Heute ist es genau umgekehrt: In vielen Bewerbungsprozessen sind Männer nur noch Sättigungsbeilage!“ Denn: „Alle Firmen suchen händeringend nach Frauen!

„Die große Lebenslüge der Gleichstellungsdiskussion ist, dass Frauen Kinder bekommen und Männer nicht“, erklärte Sprenger weiter und lieferte überraschende Informationen: „Seit vier Jahren verdienen weibliche Vorstände in Deutschland dramatisch mehr als Männer!

Seine Ansicht machte der Experte mit teils stark zugespitzten Formulierungen klar: „Wirklich qualifizierte Frauen brauchen keine Quoten!“ – „Parität, das ist für mich Nordkorea!“ – „Das Ergebnis steht fest, und Sie versuchen, die Gesellschaft da hinzupädagogisieren!“

Und: „Die Quote ist in fast jedem Fall kontraproduktiv. Junge Managerinnen finden sie peinlich und retro. Sie ist auch ein Eingriff in die Lebensplanung der Frau. Und damit ein Rückfall in patriarchalische Denkmuster!“

Der Staat solle sich raushalten, forderte Sprenger. Denn ob Gesetz oder nicht, in jedem Unternehmen ließe sich ohne Probleme jederzeit die Unvergleichbarkeit herstellen, die nötig sei, um eine unterschiedliche Bezahlung zu rechtfertigen.

Die frühere DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer erklärte dagegen: „Die Frauen-Quote brauchen wir trotz aller Fortschritte heute genauso wie einst!“

Sie selbst hatte sich stets darüber geärgert, als berufstätige Frau nicht ernstgenommen zu werden: „Ich wollte Volkswirtschaft studieren“, erzählte sie. „Da sagte mein Vater: Wenn du das machst, kannst du sehr gut dein Haushalsbudget planen!“

Noch immer sauer über die damalige Behandlung, empörte sich die altgediente Gewerkschafterin: „Mich in ein Durchgangszimmer zu setzen, mit zwei anderen Frauen, während Männer mit geringerer Qualifikation ein eigenes Zimmer bekamen!“

Die „Grüne“-Politikerin Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, führte sich mit einer typischen Politiker-Phrase ein: „Ich möchte eine Gesellschaft haben, wo jeder sich frei entfalten kann!“

Zur Frage der Frauenquote streute sie dann ideologischen Feenstaub aus der Pandora-Büchse des Parteiprogramms in die Runde: „Weg mit der Freiwilligkeit! Wie können wir die strukturelle Diskriminierung mit Gesetzen beenden?“

Ich bin eine Quotenfrau, und ich bin stolz darauf“, sagte Schulze und wies darauf hin, dass sie sonst nicht schon mit 28 Jahren im Landtag gesessen und auch nicht das mit 17,6 Prozent beste Wahlergebnis aller Zeiten geholt hätte.

Talkmasterin Sandra Maischberger wunderte sich: Wenn die Frauen alle so tüchtig seien, wieso seien dann im Bundestag noch immer nur 30,9 Prozent der Mitglieder weiblich?

Doch damit lässt sich eine bayerische Grüne nicht erschüttern: „Weil wir mit der FDP, der AfD und der Union drei Parteien haben, die vor allem männliche Abgeordnete ins Parlament schicken“, antwortete Schulze und machte den Punkt.

Sprenger fand die Frauenquote für Parteien und Parlamente „undemokratisch“ und fragte: „Warum ehren wir nicht das Votum der Wähler? Warum bevormunden wir die Menschen?“

Weil es sonst nicht vorangeht mit der Gleichberechtigung, erwiderten die anderen, und damit blieb die Kernfrage offen bis zum Schluss: Freiwilligkeit mit dem Risiko des Scheiterns oder Zwangsbeglückung mit dem Ergebnis unechter Erfolge? Das zu entscheiden war auch diesem Talk zu hoch.

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