Experte: Bushidos Ex-Freunde sind nur ein Möchtegern-Clan

Freitag, 25. Januar 2019
Clan-Talker (v.l.): László Anisic, Dirk Behrendt, Herbert Reul, Maybrit Illner, Sebastian Fiedler, Laura Garavini, Ralph Ghadban © ZDF/Svea Pietschmann

„Maybrit Illner: „Familienbande – kriminelle Clans außer Kontrolle?“ ZDF, Donnerstag, 24. Januar 2019, 22.15 Uhr.

Der Migrationsforscher Ralph Ghadban („Arabische Clans – Die unterschätzte Gefahr“) hat in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“ die Berliner Familie Abou-Chaker als „Möchtegern-Clan“ bezeichnet.

Wörtlich sagte der Experte: „Der Abou-Chaker-Clan ist gar kein richtiger Clan. Das ist ein Möchtegern-Clan, der sich viel Mühe gibt, aber der ist klein. Das sind Palästinenser. Im Hintergrund sind sie Bauern.“

Und: „Der Bushido ist intelligent. Als er die Abou-Chaker verlassen hat, hat er den Schutz von einem viel größeren Clan... Ich glaube nicht, dass diese kleine Familie es wagt, gegen Bushido etwas zu unternehmen. Aber gegen die Schwägerin in Dänemark, das ist ernst zu nehmen.“

Wichtigste Erkenntnis

„Der Hauptpunkt sind die Frauen“, erklärte Ghadban weiter. „Um die Clansolidarität zu erhalten, heiraten sie untereinander. Um diese starke Endogamie zu realisieren, gilt die Zwangsehe und die Ehe mit Minderjährigen.

Das bedeute: „Frauen, die ausbüxen wollen, brauchen jahrelange Betreuung. Dann ist es möglich, den Clan zu knacken.“

Interessanteste Analyse

Nach einem ZDF-Einspieler über Bushido sagte Ghadban: „Rapper sind für die Kriminellen Maskottchen und Werbeträger, aber in erster Linie eine Geldquelle. Die Rapper machen viel mehr Geld als ein Puff, oder ein Restaurant. Wenn man einen Rapper an der Hand hat, wird man sofort Millionär.“

Böse Buben mit Migrationshintergrund sind ein schwieriges Thema, denn da gehen die Tretminen der politischen Überkorrektheit besonders schnell hoch.

Dümmster Einwand 

In der ZDF-Talkshow übernahm Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) die Aufgabe des Relativierens besonders im Gespräch mit  Sebastian Fiedler, Cheffunktionär der deutschen Kriminaler.

Fiedler sieht die Klau-Clans als „Paradebeispiel für völlig misslungene Integration” und nannte die Zahl des Abends: „In Deutschland werden jedes Jahr 100 Milliarden Euro durch kriminelle Handlungen verdient!“

 

„Aber nicht durch arabische Clans!“ beeilte sich der Grüne-Politiker einzuwenden. Da gebe es andere, zum Beispiel die mit dem „Cum-Ex“-Geschäften…“

Mutigste Behauptung

„Was haben die Grünen gelernt?“ fragte Illner. Der Senator lächelte milde: „Die Debatte um Multikulturalität ist mir jetzt zu platt wiedergegeben. Das war nie ein einziges Volksfest von morgens bis abends, und wir haben uns alle lieb!“

Sondern: „Wir haben immer darauf hingewiesen: Natürlich ist das eine Herausforderung für alle Beteiligten, und niemand hat irgendwie Kriminalität kleingeredet.“ Echt jetzt?

Ablenkungsmanöver des Abends

Dann setzte sich der Grüne geübt den passenden Blitzableiter aufs Debattendach: „Wir haben in diesem Land in einer Art und Weise rassistische Probleme, rassistische Übergriffe, das ist erschreckend!“

Ging es jetzt um Araber oder doch wieder um Nazis? Der Senator kriegte gerade noch die Kurve: „Ich möchte überhaupt nicht das Signal aussenden, dass wir jetzt die Gruppen auseinanderbringen.“ Klang allerdings sehr nach einer Clan-Bestandsgarantie.

Am deutlichsten nahm der Hamburger Strafverteidiger László Anisic Partei für die Kriminellen:  Einmal habe ein 15-jähriger ein Fahrrad geklaut. Am nächsten Morgen um 5.30 Uhr knackten schwerbewaffnete Polizisten mit einer Ramme die Tür zu einer Wohnung, in der kleine Kinder schlafen.

Doch Fiedler ließ gleich mal die Luft aus dem Empörungsballon: Die Polizisten hätten rechtsstaatlich gehandelt und dabei wohlbegründet an ihre eigene Sicherheit gedacht.

Die Mafia-Expertin Laura Garavini nannte drei Unterschiede zwischen Mafia- und Araberclans: „Die Mafia arbeitet wesentlich unauffälliger. Es gibt auch mehr Weiße-Kragen-Mafia. Und sie ist weltweit vernetzt.“

Behrendt kam wieder auf sich selbst zurück: „Wenn wir sie (Clanmitglieder) bei Autorennen erwischen, nehmen wir ihnen das Auto weg“, sagt er. „Wir haben schon 100 hochwertige Autos beschlagnahmt. Da fließen dann auch mal Tränen.“

Spöttischster Seitenhieb

Auch bei diesem ernsten Thema galt für Behrendt: Ein bisschen Spaß muss sein. Wenn ein Clanmitglied ohne Auto mit Bus oder Bahn nach Hause fahren muss, sagte der Senator, dann werde das „als Menschenrechtsverletzung“ empfunden. 

Der Strafverteidiger beklagte sich darüber, dass die Polizei gern „aus jeder Skatrunde gleich eine Bande“ mache, weil sie ab drei Personen  z.B. abhören dürfe.

Den wichtigsten Punkt machte der CDU-Politiker Herbert Reul. Bei „Maischberger“ am Mittwoch hatte der NRW-Innenminister dem AfD-Chef Alexander Gauland reihenweise gelbe und rote Karten vor den Latz geknallt. Jetzt stellte er klar: „Das Wichtigste ist immer, die Wahrheit zur Kenntnis zu nehmen und die Lage zu beschreiben.“

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