Klima-Studentin wirft Altmaier „Kindergarten-Logik“ vor

Donnerstag, 7. Februar 2019
Tempo-Talkerin: Dunja Hayali wärmt ihre Couch für die Gäste vor. © ZDF und Svea Pietschmann

„Dunja Hayali“. ZDF, Mittwoch, 6.Januar 2019, 22.45 Uhr.

Die durch die "Fridays for Future"-Proteste bekannt gewordene Göttinger Geographiestudentin, Bloggerin und „ONE“-Jugendbotschafterin Luisa Neubauer (22) hat in der ZDF-Talkshow „Dunja Hayali“ Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)

„Kindergarten-logik“ vorgeworfen.

Der Politiker hatte bei einem Treffen mit Klima-Aktvistinnen auf die Bedeutung auch von Faktoren wie dem Wirtschaftswachstum hinzuweisen: Klimaschutz kostet Geld.

„Wir waren sprachlos“, berichtete Neubauer nun, „weil das ist - bei allem Respekt für den Minister - Kindergartenlogik!“ Echt jetzt? Und dafür gab’s dann Beifall.

Kommilitonin Therese Kah (18) hatte noch vor zwei Jahren auf „Youtube“ heftig gegen Unterrichtsausfälle protestiert. Heute organisiert sie schulfreie „Fridays for Future“-Demos. In der Sendung rief sie: „Der Kohleausstieg reicht nicht! Wir müssen nachhaltig alle Bereiche des Lebens verändern: Landwirtschaft, Mobilität, Industrie, Wohnen…“

Neubauer, auch beim Klima-Gipfel in Kattowitz dabei, setzte noch einen drauf: „Wir sind in der größten Krise der Menschheit! Nach uns wird es keine Generation mehr geben, die noch auf die Straße gehen kann!“

Zahl des Abends

Talkmasterin Hayali zitierte den Vorwurf „verzogene Wohlstandskinder“ und fragte nach der Meinung der Studenten-Eltern zu den Aktivitäten der Töchter. „Meine nutzen Ökostrom und fahren ein Erdgas-Auto“, strahlte Kah. 

Worauf verzichten die Aktivistinnen? Neubauer: „Ich ernähre mich vegan, fliege so wenig wie möglich, habe kein Auto. Aber das ist eine andere Debatte!“

Und wie lange wollen die Friday-Future-Fans durchhalten? Neubauer hat schon gezählt: „Bis zum Kohleausstieg 2038 sind es noch 825 Freitage!“

Besonders heftig beharkten sich zwei Politiker aus Bayern: der Grüne-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter und der CSU-Generalsekretär Markus Blume. Dabei pickten sie sich jeweils das Passende raus. Blume: Zahl der Verkehrstoten in 40 Jahren von 20.000 auf knapp über 3000 zurückgegangen! Hofreiter: Zahl der Autobahn-Toten durch Tempo-Limit halbiert!

 

„Ich glaube an die Eigenverantwortung der Autofahrer!“ sagte der CSU-Mann. „Ich habe Vertrauen in die Menschen, aber nicht zu 100 Prozent in alle Menschen!“ konterte der Grüne.

Blume saß da wie tiefenentspannt, keilte aber mächtig aus: „Das ist Teil Ihres Feldzugs gegen das Automobil!“ patzte er den Grünen an. „Sie wollen dem Einzelnen nicht nur sagen, was er zu essen hat, sondern auch, wie er zu fahren hat!“

Der Grantler von Giesing schüttelt empört die berühmten Betroffenheitslocken: „Sie stehen vor einem Meeresspiegel, der die Küsten wegnimmt!“ polterte er. „Sie nehmen den jungen Menschen die Zukunft!“

Schlimmste Info

Beim dritten Thema ließ Hayali ihr Schwergewicht los: Ex-Schauspieler Carsten Stahl (46), Kampfsportler und einst selbst Opfer, aber auch Täter, stampft seit vier Jahren als Anti-Mobbing-Hulk durch die Schulen der Republik. Seine Warnung: „90 Prozent der Schüler ab der dritten Klasse waren schon Opfer. Heute beginnt Mobbing bereits in den Kitas!“

Er selbst wurde als Elfjähriger von fünf größeren Jungs in eine drei Meter tiefe Grube gestürzt. Als er mit gebrochenen Rippen auf der Erde lag, „haben die auf mich druffgepinkelt!“

Wutanfall des Abends

„Weltweit ist Cybermobbing der Hauptgrund, warum sich Kinder umbringen“, rief der Experte grimmig. Und dann wurde er richtig laut: „Mobbing ist ein Geschwür unserer Gesellschaft! Und wir lassen es zu! Viele schauen weg. Damit machen sie sich mitschuldig! Ich ertrage es nicht mehr, wie Verantwortliche in den Schulen die Fälle bagatellisieren!“

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