Grüne-Chef Robert Habeck nimmt die AfD in Schutz

Montag, 1. April 2019
Streik-Streiter (v.l.): Harald Lesch, Wolfgang Kubicki, Therese Kah, Anne Will, Reiner Haseloff, Robert Habeck © NDR/Wolfgang Borrs

„Anne Will: Streiken statt Pauken - ändert die Generation Greta die Politik?“ ARD, Sonntag, 31.März 2019, 21.45 Uhr.

Der Grüne-Chef Robert Habeck hat in der ARD-Talkshow „Anne Will“ am Sonntag zur allgemeinen Überraschung die AfD in Schutz genommen.

Wörtlich sagte der populäre Politiker nach einer Feststellung des  CDU-Ministerpräsidenten Reiner Haseloff, in seinem Bundesland Sachsen-Anhalt habe die AfD ihre Direktmandate vor allem im Braunkohlerevier geholt:  „Erst die Flüchtlinge, jetzt der Klimaschutz - die AfD kann doch nicht für alles herhalten!“

In dem überraschenden Gefühlsausbruch schwang Ärger darüber mit, dass der studierte Physiker Haseloff den studierten Germanisten Habeck einige Male vorgeführt hatte.

Vernünftigste Erklärung

„Ich habe den sauren Regen erlebt, die FCKW-Problematik, die Ozonschicht fast vernichtet, Feinstaub, NOx“, zählte Haseloff auf und bremste danach die Panikmacher aus: „Wir leben in Deutschland in einer Situation, die war noch nie so sauber wie heute!“

Doch, so der CDU-Politiker: „Selbst wenn wir die Kohle sofort rausnehmen, und alle auf ihr Handy verzichten, sind es nur vier Promille CO2, die wir einsparen!“

Schönster Seitenhieb

Habeck, der neben ihm saß, rang die die Hände und murrte immer wieder mal was wie: „So einfach ist das nicht“. Dafür bekam der Öko-Chef schließlich eins übergebraten: „Wenn alle grünen Wähler den gleichen CO2-Ausstoß hätten wie die CDU-Wähler“, stellte Haseloff fest, „dann würden wir das Klima-Ziel 2020 erreichen!“

Talkmasterin Anne Will eilt dem bedrängten Grünen sofort zu Hilfe: „Das habe ich jetzt nicht verstanden!“ behauptet sie unter dem Gelächter des Publikums.

Schönster Coup

„Das ist mal sehr gut durchgemessen worden, wie die CO2-Emissionen der einzeln Bevölkerungsschichten sind“, erläuterte der CDU-Politiker genussvoll. „Auch bezüglich ihrer parteipolitischen Affinität. Und da sind wir die defensivsten!“

Vom Start weg Klarsprech

FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte klipp und klar: „Das ist kein Streik, das ist schlicht und einfach ein Schulschwänzen!“

Die "Fridays for Future"-Aktivistin Therese Kah gab zu: „Wird nicht am Freitag, sondern am Samstag gestreikt, dann ist in zwei Wochen die Aufmerksamkeit weg!“

Vorschlag zur Güte

„Machen Sie doch, statt zu streiken, in der Zeit Physik, Petrochemie oder Klimapolitik!“ regt Haselhoff an und erntet verwunderte Blicke. Lernen statt Demo?

Habeck versuchte es mit einem Trick: „Es wäre ganz leicht, den Streik zu beenden, wenn die Politik die Forderungen erfüllen würde!“ sagt der Chef der erfolgreichsten deutschen Bevormundungspartei.

Schlimmste Drohung

„Wenn wir in Europa zwei oder drei Stürme von der Sorte Irma oder Harvey gehabt haben“, eiferte der TV-Experte Harald Lesch, „dann redet man in Deutschland überhaupt nicht mehr von Schulpflicht, weil keine Schulen mehr da sind!“

Geht‘s noch? Ja, und sogar noch schlimmer. Angstmann Lesch malte dem Publikum seine Vorstellung von Klima-Apokalypse weiter aus: „Weil wir Stürme hätten, die vier oder fünf Tage lang Zentraleuropa einfach wegrasiert hätten!“

Kubicki holte tief Luft, und das gefiel dem Experten nicht: „Atmen Sie nicht durch, Herr Kubicki!“ mahnte er.

Die anderen lachten. „Darf ich jetzt nicht mal mehr atmen?“ spottete der FDP-Vize.

„Alle Gäste dürfen weiter atmen“, begütigte die Talkmasterin.

Doch der ZDF-Klimaalarmist verstand keinen Spaß: „Ich höre bei dem Einatmen, dass da schon wieder einer sitzt, der da rumlamentiert!“ schimpfte er. Uff!

Kubicki bliebt trotzdem cool: „Ich bin immer skeptisch, wenn es um apokalyptischen Darstellungen geht…“

Überraschendste Info

Danach spielte die Talkmasterin spielt ein Interview mit Klima-Teen Thunberg vom Vortag ein. Erste Frage: „Haben Ihre Eltern erlaubt, zu streiken?“

„Sie glauben nicht, dass das eine gute Idee ist“, gestand die Jung-Aktivistin. „Sie denken als Eltern auch weiterhin nicht, dass Streiken richtig ist.“

Härteste Frage

Will wollte es genau wissen: „Werden Sie instrumentalisiert?“

„Lächerlich!“ schnaubte Thunberg. „Ich schreibe meine Reden selber!“

Ehrlichste Antwort

„Sind Sie für Atomkraft?“ fragte die Talkmasterin als nächstes.

Die Zuschauer warteten gespannt, und Klima-Greta ließ sich nicht lange bitten: „Atomkraft ist nicht die Zukunft“, meinte sie.

„Aber die Atomkraft kann ein kleiner Teil einer Lösung ohne fossile Brennstoffe sein.“

Rumms! Was sagt Habeck dazu? Der Grüne-Chef macht keinen Mucks.

Feurigste Tirade

„Die Wirtschaftswachstumsraten sind angewachsen, die Autos immer größer, mehr Flugverkehr denn je!“ schimpfte Lesch. „Die einzige Möglichkeit, das zu stoppen, ist, wenigstens mal eine radikale Stunde pro Woche zu haben.“

„Leben Sie so radikal wie Greta Thunberg?“ fragte Will.

„Nein“, gab der Experte zu. „Aber ich schaffe es, radikale Brüche in meinen Alltag einzubauen!“

Die Talkmasterin staunte. „Was ist das?“ fragt sie.

Zum Beispiel, sich überhaupt nicht zu bewegen. Im wahrsten Sinne des Wortes“, antwortete Lesch.

Irrste Idee

Will staunte noch mehr. „Das tut dem Klima gut?“

„Das tut es!“ antwortete der ARD-Experte. „Wenn sich die Republik einmal am Tag eine Stunde nicht bewegen würde – Sie ahnen gar nicht, was für Auswüchse das wären!“

Doch, das ahnte Will, und die anderen auch, Habeck zum Beispiel lachte sich schlapp. Lesch ärgerte sich und drehte immer mehr auf. Zum Schluss forderte er sogar einen „Energiesabbat“.

Halleluja!

Also wenn ich nur auf dem Sofa liege, ist das schon toll!“ juxte Will.

Fazit: Faktenbasierte Beiträge drangen selten durch, stattdessen gab es moralmanipulative Denkbefehle aus der Erregungskammer, halbwarme Hirnschnellwaschgänge und ein Erklärbär mit großen Begriffskalibern auf Gesamtschulniveau.

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