„Jenes absurde Geschwätz

Donnerstag, 29. November 2012

Ernst Jünger: "Geschichte lässt sich auch als Wiederkehr großer Gestalten in immer schwächeren Medien auffassen: die Götter geben den Heroen, die Heroen den Königen das Maß. Vor Troja tragen die Heroen die Konflikte der Götter aus, die über und hinter ihnen walten, auch sichtbar hervortreten. Im Alexanderzug kehrt der Trojanische Krieg wieder, die große Begegnung von Abend- und Morgenland. Alexander ist Achill; seine Trauer um Klitus, den er im Zorn getötet, erinnert an jene des Achill um Patroklos. Eumenes trägt Züge des listigen Odysseus, Demetrios zieht in Athen gleich einem dionysischen Festherrn ein." - "Die Große Revolution der Deutschen, die Reformation mit den sich anschließenden Händeln vom Bauern- bis zum Dreißigjährigen Kriege in dem Westfälischen Friede, führte nach ungeheuren Einbußen zu einer Pattstellung. Anders in Frankreich, England, Italien, Spanien, den Nordländern. Dort Entweder-Oder, hier Sowohl-Als-auch."

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Das Buch schenkt einen Blick in Länder hinter dem Horizont.

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E.T.A.Hoffmann, "Kreisleriana": "Mozart und Haydn, die Schöpfer der jetzigen Instrumentalmusik, zeigten uns zuerst die Kunst in ihrer vollen Glorie; wer sie da mit voller Liebe anschaute und eindrang in ihr innigstes Wesen, ist - Beethoven!" - "Der Ausdruck eines kindlich heitern Gemüts herrscht in Haydns Kompositionen. Seine Sinfonien führen uns in unabsehbare grüne Haine, in ein lustiges buntes Gewühl glücklicher Menschen..." - "In die Tiefen des Geisterreichs führt uns Mozart. Furcht umfängt uns, aber ohne Marter ist sie mehr Ahnung des Unendlichen." - "So öffnet uns auch Beethovens Instrumentalmusik das Reich des Ungeheuern und Unermesslichen. Glühende Strahlen schießen durch dieses Reiches tiefe Nacht..." Über Beethovens Sinfonie c-Moll: "Wie führt diese wundervolle Komposition in einem fort und fort steigenden Klimax den Zuhörer unwiderstehlich fort in das Geisterreich des Unendlichen..." - Über die "niedrige schmähende Beurteilung von Glucks 'Iphigenia in Tauris'": "Wie mag der große herrliche Mann, las er jenes absurde Geschwätz, doch eben von dem unbehaglichen Gefühl ergriffen worden sein wie einer, der, in einem schönen Park zwischen Blumen und Blüten lustwandelnd, von schreienden, bellenden Kläffern angefallen wird … Aber wie man in der Zeit des erfochtenen Sieges gern von den ihm vorangegangenen Bedrängnissen und Gefahren hört, eben darum, weil sie seinen Glanz noch erhöhen, so erhebt es auch Seele und Geist, noch die Ungetüme zu bestaunen, über die der Genius sein Siegesrapier schwang, dass sie untergingen in ihrer eigenen Schmach! Tröstet euch - ihr Unerkannten! ihr von dem Leichtsinn, von dem Unbill des Zeitgeistes Gebeugten; euch ist gewisser Sieg verheißen, und der ist ewig, da euer ermüdender Kampf nur vorübergehend war!"

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Hannah Arendt: "Daß man im Guten und Bösen dem Wirklichen die Treue halten muss, darauf läuft doch alle Wahrheitsliebe hinaus und alle Dankbarkeit dafür, dass man überhaupt geboren wurde."

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Aus Erich Kästners „Hausapotheke“:

  "Ja, die Bösen und Beschränkten

  sind die Meisten und die Stärkern.

  Aber spiel nicht den Gekränkten.

  Bleib am Leben, sie zu ärgern!"

 

 

 

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